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Fach

Geschichte studieren

Das Studium der Geschichte beschäftigt sich aus dem Blickwinkel von heute mit der Vergangenheit.
237 Studiengänge
67 Hochschulen

Ein Text von Gabriele Meister – ZEIT Studienführer 2023/24

Darum geht es

Antike, Mittelalter, frühe Neuzeit, neuere und neueste Geschichte: Diese großen Epochen sind Gegenstand der Geschichtswissenschaft. Historikerinnen und Historiker schauen chronologisch auf die Zeit, sie befassen sich aber auch mit den übergreifenden Zusammenhängen der Weltgeschichte, bestimmten Regionen oder gesellschaftlichen Phänomenen wie der Rolle der Frau im Lauf der Zeit. Wenn du Geschichte studierst, untersuchst du historische Entwicklungen. Du lernst, wie Kulturräume entstanden sind, und analysierst Zusammenhänge, etwa zwischen der Dekolonialisierung und dem Kalten Krieg.

„Man befasst sich mit den Verhaltensweisen der Menschen in der Vergangenheit, ihren Beweggründen und den Umständen, die sie beeinflusst haben. Das regt auch dazu an, sich selbst und die Gegenwart zu hinterfragen“, sagt Lutz Raphael, Vorsitzender des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands.

Eine Grundfertigkeit ist der kritische Umgang mit Quellen. Das können antike Inschriften sein oder mittelalterliche Reiseberichte, Ministerialakten, Interviews und Tweets, Bauwerke und Bilder. Du lernst immer wieder zu hinterfragen, ob sich bestimmte Annahmen über die Vergangenheit anhand von Quellenbelegen lassen und ob das Bild, das man sich von einer bestimmten Zeit macht, überhaupt korrekt ist. Ein Beispiel: „Studierende sind oft überrascht, wenn sie lernen, dass Frauen in der frühen Neuzeit Konfliktemit ihren Ehemännern auch handgreiflich austrugen“, sagt Raphael, „erst in jüngerer Zeit wurde von Frauen erwartet, Gewalt still zu erdulden.“

Hier sind passende Geschichts-Studiengänge

Das sagen Studierende über Geschichte

"Wenn man ein großes Interesse hat, um zu wissen, was Menschen alles in ihrer dreitausend jährigen Zivilisation im Westen gemacht haben, dann ist man auf diesem Fach richtig gelandet."
Studierende/r im 4. Semester – 2025
"Das Integrierte Proseminar ist das schlimmste Modul (Einführungsmodul) aber danach ist Geschichte studieren echt entspannt!"
Studierende/r im 6. Semester – 2025
"Wer Geschichte studieren möchte, muss definitiv ständiges Lesen aushalten können. Man muss zwar keine Themen hoch und runter lernen, so wie es in der Mathematik oder der Medizin vielleicht der Fall ist, allerdings muss man sich immer wieder in neue Themen reinlesen und versuchen sie zu verstehen."
Studierende/r im 5. Semester – 2025
Quelle: HeyStudium-Anschlussfragebogen der CHE-Studierendenbefragung

Typische Fragestellungen im Geschichte-Studium

  • Wie kam es zum Niedergang und Wiederaufstieg Chinas?
  • Wie hat sich der gesellschaftliche Umgang mit Epidemien verändert?
  • Welchen Einfluss hat das Klima auf historische Entwicklungen?
  • Was hat zur Industrialisierung geführt?
  • Worüber stritten Nachbarn im Mittelalter?
  • Was sagen uns Siedlungs- und Grabfunde über das Gesellschaftssystem im antiken Griechenland?
  • Was sind Ursachen für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine?

So läuft das Studium ab

Studierende erhalten einen Einblick in alle Epochen. „Typischerweise belegt man eine Übersichtsvorlesung zu einer Epoche und wählt dazu passende Seminare und Übungen“, sagt Raphael. Themen wie die Antike sind Pflicht, aber ob man sich zum Beispiel stärker mit Kleopatra oder mit Sparta beschäftigt, entscheidet man meist selbst.

Neben der Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema lernst du in den Kursen das historische Handwerkszeug kennen. Du erfährst zum Beispiel, wie du online und in der Bibliothek die richtigen Bücher findest, welche Quellen vertrauenswürdig sind, wie du alte Handschriften entzifferst und mit welchen Methoden du historische Phänomene erforschen kannst. Außerdem bieten die Unis Veranstaltungen an zur regionalen Geschichte des jeweiligen Standorts. Auch Exkursionen, etwa zu antiken Stätten wie der Akropolis in Athen, sind oft Teil des Studiums.

Wichtig: Für viele klassische Arbeitsbereiche wie Museen oder Archive braucht man nicht nur einen Master, sondern auch eine Promotion.

Alle Geschichte-Städte in der Übersicht

Wo kann ich Geschichte studieren?

Geschichte passt zu dir, wenn …

... du bereit bist, gründlich zu recherchieren. Wer Geschichte studiert, verbringt viel Zeit mit Quellen und Fachliteratur in Bibliotheken. „Historiker sind Spurensucher. Man braucht eine Art kriminalistischen Spürsinn, um herauszubekommen, was hinter den alten Texten steckt“, sagt Raphael. Für diese Arbeit sind Sprachkenntnisse wichtig, zum Beispiel in Latein, für jüngere Quellen in Englisch, Französisch oder einer weiteren modernen Fremdsprache.

Studierende lernen, dass es nicht zuerst darum geht, ein Urteil zu fällen, sondern darum, die Zusammenhänge zu beschreiben, die zu einer Entwicklung geführt haben, und die Menschen in einer bestimmten Situation zu verstehen. „Dazu braucht man den Mut, sich auch mit fremden, verstörenden oder gewalttätigen Handlungsweisen auseinanderzusetzen“, sagt Raphael.

Gibt es einen NC?

Die meisten Geschichtsstudiengänge haben keinen NC. Teilweise sind Sprachkenntnisse vorgeschrieben, die man aber auch im Laufe des Studiums erwerben kann.

Ähnliche Fächer

Geschichte gehört zum Thema Geisteswissenschaften. Die folgenden verwandten Fächer könnten auch interessant für dich sein.

Finde deinen Geschichte-Studiengang nach …

Abschluss

Studienform

Alle Studierendenstimmen über Geschichte

"Wenn man ein großes Interesse hat, um zu wissen, was Menschen alles in ihrer dreitausend jährigen Zivilisation im Westen gemacht haben, dann ist man auf diesem Fach richtig gelandet."
Studierende/r im 4. Semester – 2025
"Das Integrierte Proseminar ist das schlimmste Modul (Einführungsmodul) aber danach ist Geschichte studieren echt entspannt!"
Studierende/r im 6. Semester – 2025
"Wer Geschichte studieren möchte, muss definitiv ständiges Lesen aushalten können. Man muss zwar keine Themen hoch und runter lernen, so wie es in der Mathematik oder der Medizin vielleicht der Fall ist, allerdings muss man sich immer wieder in neue Themen reinlesen und versuchen sie zu verstehen."
Studierende/r im 5. Semester – 2025
"Im Fach schreibt man nur eine Klausur, sonst schreibt man Hausarbeiten. Und jeder muss in den Einführungsmodulen das intensiv erlernen. Es wird viel erwartet aber man lernt wie man wissenschaftlich arbeitet"
Studierende/r im 6. Semester – 2025
"In meinem Studienfach werden regelmäßig Quellen analysiert und eingeordnet. Es geht um das professionelle Produzieren von Sach- und Werturteilen."
Studierende/r im 7. Semester – 2025
"Wer Geschichte studieren möchte, sollte auf jeden Fall viel Liebe zum Fach mitbringen. Gerade die ersten Semester, die einem die Grundlagen der Geschichtswissenschaft und des wissenschaftlichen Arbeitens mit Quellen lehren, ist viel Durchhaltevermögen gefragt. Germanistik ist eine sehr passende Ergänzung, aber: In beiden Fächern muss viel gelesen werden. Wer das Fach liebt, wird mit dem Studiengang glücklich werden."
Studierende/r im 7. Semester – 2025
"Man muss gerne lesen"
Studierende/r im 5. Semester – 2025
"Normal ist in jedem Seminar das Halten von Referaten und das Diskutieren über die vorgestellten Themen. Schwerpunkt ist also das Vorstellen von eigenen Rechercheergebnissen und den Austausch darüber. Um ein Seminar zu bestehen, muss man in der Regel eine Seminararbeit schreiben, die ähnlich wie das Referat aufgebaut ist: Fragestellung, Argumentation, Auseinandersetzung mit Quellen, Fazit. Recherche kann sowohl in Gruppen- als auch in Einzelarbeit passieren; so oder so verbringt man aber die meiste Zeit mit dem kritischen Lesen von Literatur und Quellen."
Studierende/r im 5. Semester – 2025
"Wer Geschichte studieren will, sollte bereit sein viel zu lesen. Außerdem hilft Freude an geschichtlichen Ereignissen. Ereignisse kritisch zu hinterfragen und sich mit Vorurteilen auseinander zu setzen ist ein Grundstein."
Studierende/r im 7. Semester – 2025
"Im Fach Geschichte wird viel Literatur gelesen, die aus Quellen besteht oder sich auf Quellen bezieht. Außerdem werden geschichtliche Ereignisse vor allem kritisch hinterfragt. Es geht nicht darum Jahreszahlen auswendig zu lernen, sondern historische Ereignisse zu beurteilen und eventuell aus Quellen neue Kenntnisse zu ziehen."
Studierende/r im 7. Semester – 2025
"Die Dozenten sind nahbar und so gut wie immer erreichbar. Geschichte ist ein Fach in dem man sehr viel lesen muss, aber das gehört eben dazu. Besprochen werden viele Texte in aller Ausführlichkeit innerhalb einer Diskussion."
Studierende/r im 5. Semester – 2025
"Das Studium der Kunstgeschichte beschäftigt sich mit viel Fachliteratur. Es ist normal, dass wir in einem Seminar jede Woche 20 bis 40 Seiten lesen müssen. Außerdem gehört das Anfertigen von Hausarbeiten/Seminararbeiten als Prüfungsleistung zum normalen Alltag des Studiums. In meinem Studium verbringe ich viel Zeit mit Literatursuche und intensivem Selbststudium, auch zur Wiederholung von Seminarinhalten, zu Themen, wie z.B. Architektur, geschichtliche und politische Themen und die dadurch resultierende „Landschaft“ der Kunstgeschichte."
Studierende/r im 5. Semester – 2025
"Wer Kunstgeschichte studieren möchte, sollte sich auf jeden Fall bewusst sein, dass es sich um ein geisteswissenschaftliches Fach handelt. Interesse an Kunst und Kultur ist hilfreich, aber gleichzeitig müssen sich herangehende Studierende bewusst sein, dass es ein sehr „textlastiger“ Studiengang ist."
Studierende/r im 5. Semester – 2025
"Es ist überraschend, an welchen Stellen Archäologen arbeiten. wie facettenreich die Berufswahl und das Studium sind, ganz klasse - empfehlenswert !"
Studierende/r im 7. Semester – 2025
"Üblicherweise sind die Seminare und Vorlesungen in kleinen Gruppen, was eine sehr persönliche und individuell Betreuung ermöglicht"
Studierende/r im 7. Semester – 2025
"Wer Romanistik studieren möchte, sollte auf jeden Fall schon gute Vorkenntnisse in der gewählten Sprache haben"
Studierende/r im 7. Semester – 2025
Quelle: HeyStudium-Anschlussfragebogen der CHE-Studierendenbefragung
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