Master-Studiengänge
Den Bachelor in der Tasche, und jetzt? Wer ein Gebiet vertiefen oder sich nach den ersten Jahren im Job weiterqualifizieren möchte, für den kann ein Master-Abschluss die richtige Wahl sein. Damit kannst du dich spezialisieren und so zur Expertin oder zum Experten in einem bestimmten Fachgebiet werden.
Was ist ein Master?
Der Master ist ein akademischer Abschluss, den du nach dem Bachelor (früher auch Diplom oder Magister) erwerben kannst. Im Master-Studium spezialisierst du dich auf ein bestimmtes Fachgebiet und setzt dich damit wissenschaftlich und praxisnah intensiv auseinander.
Nach dem erfolgreichen Abschluss eröffnen sich dir häufig bessere Karrierechancen: Du kannst anspruchsvollere, höher qualifizierte Aufgaben übernehmen, mehr Verantwortung tragen oder dich auf eine Promotion in deinem Fachbereich vorbereiten.
Wann lohnt sich der Master?
Ob sich ein Master-Abschluss lohnt, hängt nicht nur vom Studienfach, sondern auch von deinen persönlichen Zielen ab: zum Beispiel davon, welche Karriere du anstrebst und in welcher Branche du arbeiten möchtest.
In manchen Berufen ist ein Master-Studium sogar Voraussetzung. Das gilt häufig für naturwissenschaftliche, technische und medizinische Studiengänge. Dazu zählen unter anderem Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Medizin, Pharmazie und Zahnmedizin.
Aber auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften, in denen oft bereits ein Bachelor-Abschluss für den Berufseinstieg ausreicht, kann ein Master sinnvoll sein: besonders, wenn du dich für Führungspositionen qualifizieren oder deine Karrierechancen insgesamt verbessern willst. Denn mit einem Master sind je nach Berufsfeld höhere Gehälter und bessere Aufstiegsmöglichkeiten möglich.
Weil die Kosten und der Aufwand für einen Master-Abschluss allerdings hoch sind, solltest du abwägen, ob sich die Investition bezüglich deiner Karrierechancen und des finanziellen Nutzens lohnt. Denn nicht immer erfordert der gewünschte Beruf oder die angestrebte Karriere einen höheren akademischen Abschluss. In Branchen und Berufen wie beispielsweise dem Handwerk, der Gastronomie oder in kreativen Berufen ist eine praktische Ausbildung oder sind Berufserfahrungen oft wichtiger als ein weiterer Abschluss.
Welche Master Abschlüsse gibt es?
Je nach Fachrichtung werden unterschiedliche Abschlüsse verliehen:
- Master of Arts
Der Master of Arts (M.A.) wird dir in den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Sprach- und Kulturwissenschaften sowie den Wirtschaftswissenschaften verliehen.
- Master of Business Administration
Der Master of Business Administration (MBA) wird dir in betriebswirtschaftlichen Studiengängen verliehen.
- Master of Laws
Den Master of Laws (LL.M.) erlangst du in rechtswissenschaftlichen Studiengängen.
- Master of Science
Der Master of Science (M.Sc.) wird dir in den Studiengängen der Naturwissenschaft, der Mathematik und Technik verliehen.
- Master of Engineering
Der Master of Engineering (M.Eng.) wird dir in den Ingenieurwissenschaften verliehen.
- Master of Education
Mit dem Master of Education (M.Ed.) erlangst du die Lehramtsberechtigung.
- Master of Fine Arts
Der Master of Fine Arts (M.F.A.) ist auf Studiengänge im Bereich der bildenden Künste ausgerichtet.
- Master of Music
Der Master of Music (M.Mus.) wird dir in Fächern verliehen, die sich hauptsächlich mit Musik befassen.
Beliebte Studiengänge für ein Master-Studium
Entdecke das CHE Masterranking
Welche Voraussetzungen muss ich für ein Master-Studium erfüllen?
Die Voraussetzungen für ein Master-Studium unterscheiden sich je nach Hochschule und Studiengang. In den meisten Fällen brauchst du ein abgeschlossenes Bachelor Studium oder einen gleichwertigen Hochschulabschluss. Zusätzlich können je nach Programm weitere Anforderungen dazukommen, etwa Sprachkenntnisse (z. B. Deutsch oder Englisch) oder bestimmte fachliche Vorkenntnisse.
Häufig verlangen Hochschulen außerdem Unterlagen und Nachweise wie:
- Aufnahmeprüfung oder Eignungstest
- Motivationsschreiben und/oder Empfehlungsschreiben
- eine bestimmte Mindestnote bzw. einen NC für den Master aus dem vorherigen Studium
Bei der Zulassung zum Master und der Vergabe von Masterstudienplätzen sind oft vor allem zwei Punkte entscheidend:
- Abschlussnote im Bachelor-Studium
- Nachweis fachlich relevanter Module aus dem Bachelor (inklusive der erreichten ECTS-Punkte)
Da viele Masterstudiengänge inhaltlich auf dem Bachelor-Studium aufbauen, bevorzugen manche Hochschulen bei der Auswahl zusätzlich Bewerber:innen aus dem eigenen Bachelorstudiengang gegenüber externen Bewerber:innen.
Wie läuft das Master-Studium ab?
Im Gegensatz zum Bachelor-Studium liegt der Schwerpunkt im Master-Studium stärker auf eigenständiger Forschung, wissenschaftlicher Analyse und vertieftem Arbeiten. Je nach Masterstudiengang kannst du aus verschiedenen Spezialisierungen wählen und damit deine Interessen sowie deine Karriereziele verfolgen. Hat der Studiengang einen internationalen Fokus, erwirbst du zusätzliche Qualifikationen für den globalen Arbeitsmarkt.
Ablauf im Master Studium: konsekutiv oder nicht-konsekutiv
Je nach Fachbereich und Hochschule ist der Aufbau des Master-Studiums unterschiedlich. Grundsätzlich wird häufig zwischen zwei Formen unterschieden:
- Konsekutiver Master: Ein weiterführender Studiengang, der inhaltlich eng an den Bachelorstudiengang anknüpft. Ziel ist es, die im Bachelor erworbenen Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern.
- Nicht-konsekutiver Master: Ein Masterstudiengang, der nicht direkt auf einen bestimmten Bachelor aufbaut und daher auch für Absolvent:innen anderer Fachrichtungen offen sein kann. Häufig ist er berufsorientiert und setzt einen anderen Schwerpunkt, um auf eine bestimmte Branche oder einen konkreten Berufsbereich vorzubereiten.
Dauer, Module, Masterarbeit und ECTS-Punkte
In der Regel dauert ein Master-Studium ein bis zwei Jahre. In dieser Zeit belegst du eine festgelegte Anzahl an Modulen bzw. Kursen. In vielen Studiengängen schließt das Studium mit einer Masterarbeit ab.
Bei den ECTS-Punkten gelten typischerweise diese Richtwerte:
- Bachelorabschluss: meist 180 bis 240 ECTS
- Masterabschluss: meist 60 bis 120 ECTS
Wichtig: 300 ECTS im Bachelor- und Master Studium
Gut zu wissen: Insgesamt werden im Bachelor- und Master-Studium häufig 300 ECTS-Punkte erwartet. Hast du im Bachelor z. B. 180 ECTS erworben, brauchst du im Master in der Regel 120 ECTS, um auf die 300 zu kommen. Deshalb kann es je nach Hochschule schwierig werden, wenn dein Masterstudiengang „nur“ 60 oder 90 ECTS umfasst. Es lohnt sich, die ECTS-Punkte und die Zulassungsvoraussetzungen schon vor der Bewerbung genau zu prüfen.
Einige Hochschulen bieten dafür inzwischen ein Pre-Semester (auch: Vorbereitungsemester) an, in dem du fehlende ECTS nachholen kannst.
Kosten & Finanzierung
Auch im Master-Studium fallen Kosten an. Staatliche Hochschulen erheben meist keine Studiengebühren, aber der Semesterbeitrag muss zur Rückmeldung vor jedem Semester fristgerecht überwiesen werden. An privaten Hochschulen sowie in weiterbildenden (berufsbegleitenden) Masterstudiengängen sieht das anders aus. Dort fallen häufig programmbezogene Gebühren an, die je nach Anbieter und Hochschule stark variieren können.
Wenn du im Bachelor schon Anspruch auf BAföG hattest, dann stehen die Chancen sehr gut, dass auch BAföG im Master möglich ist: Konsekutive Master sind in der Regel nämlich förderfähig. Bei einem Zweitstudium kann es hingegen schwierig werden. Aber keine Sorge, es gibt noch andere Möglichkeiten: Eine davon ist das Deutschlandstipendium. Hierbei erhältst du eine einkommensunabhängige Förderung von 300 €/Monat durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die mindestens 2 Semester und maximal die Regelstudienzeit umfasst.
Vollzeitstudium vs. Berufsbegleitend
- Im Vollzeit-Master an einer staatlichen Uni fallen meist keine Studiengebühren an. Die Hauptkosten setzen sich lediglich aus dem Semesterbeitrag und Lebenserhaltungskosten zusammen. Im Artikel "Nachgerechnet – sechs Szenarien für deine Studienfinanzierung" findest du hilfreiche Infos dazu.
- Ein berufsbegleitender Master hingegen ist häufig mit zusätzlichen (teils deutlich höheren) Kosten verbunden, wie Programm-/Studiengebühren oder auch Reise- und Übernachtungskosten. Dafür kann die Finanzierung oft über das Einkommen und ggf. Arbeitgeberzuschüsse erfolgen.
Gehalt & Karrierechancen
Viele stellen sich die Frage: Wie viel verdient man mit einem Master-Abschluss? Häufig starten Masterabsolvent:innen im Durchschnitt mit einem höheren Einstiegsgehalt als Bachelorabsolvent:innen. Gleichzeitig können sich mit einem Master die Karrierechancen und Aufstiegsmöglichkeiten verbessern: Im Master-Studium vertiefst du dein Fachwissen und spezialisierst dich gezielt. Das macht dich für Arbeitgeber oft zur besonders gefragten und qualifizierten Fachkraft und Expert:in in einem bestimmten Bereich. Außerdem ist ein Master in der Regel die Voraussetzung, wenn du promovieren und in der Forschung oder Lehre arbeiten möchtest.
Wichtig ist aber auch der Vergleich zum Bachelor: Während Masterabsolvent:innen oft auf einem höheren Gehaltsniveau einsteigen, haben Bachelorabsolvent:innen meist einen früheren Berufseinstieg und damit früher ein eigenes Einkommen. Ob sich ein Master für dich lohnt, hängt daher stark von dem Studienfach, Zieljob und deinen Prioritäten ab – zum Beispiel, ob du eher praxisnah arbeiten willst oder dich gezielt weiterqualifizieren möchtest. Für deine Entscheidung können das neue CHE-Masterranking sowie unser Artikel "Lohnt sich ein Master? Die Vor-und Nachteile im Überblick" als Orientierung helfen.
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FAQ zum Master-Studium
Es gibt über 10.000 Master-Studiengänge in Deutschland. In einigen Fachrichtungen ist das Angebot an Master-Studiengängen größer als in anderen, weil es branchenabhängig ist, ob man einen Master Abschluss für den Berufseinstieg benötigt oder nicht.
Die Dauer eines Masterstudiengangs variiert in der Regel zwischen 2 und 4 Semestern. Die genaue Semesterzahl findest du in der Prüfungsordnung deines Studiengangs, da dort eine Regelstudienzeit festgelegt ist.
Der Unterschied zwischen Bachelor und Master liegt darin, dass der Bachelor-Abschluss einen Einstieg in ein Fachgebiet ermöglicht, während der Master Studierende spezialisierter und intensiver auf das gewählte Fachgebiet vorbereitet. Die Entscheidung, ob du nach dem Bachelor noch den Master machst, hängt von persönlichen Vorerfahrungen und Karrierewünschen ab.
Ein Masterstudium ermöglicht es Dir in Deutschland, im Rahmen eines mehrstufigen Studienmodells aufeinander aufbauende Hochschulabschlüsse zu erlangen. Es ist der zweite akademische Grad nach dem Bachelor. Meist dauert ein Masterstudium 2 bis 4 Semester und bereitet Dich auf eine mögliche Promotion vor.
Ein Masterabschluss ist ein professioneller Abschluss, der nach Abschluss eines Bachelorstudiums erworben werden kann. Die Regelstudienzeit beträgt in der Regel 1-2 Jahre und die häufigsten Mastergrade sind Master of Arts, Master of Science und Master of Engineering.
