Sonderpädagogik studieren
Welche Fächer kann ich auf Sonderpädagogik studieren?
Wer sich für eine Laufbahn im Schuldienst interessiert und dabei Schüler:innen mit besonderem Förderbedarf unterstützen möchte, kann Sonderpädagogik studieren. Das Lehramt Sonderpädagogik eröffnet dir die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche individuell zu fördern und ihnen bestmögliche Bildungschancen zu bieten. In diesem Artikel erfährst du alles über Studienaufbau, Voraussetzungen, Perspektiven und warum sich ein Studium im Bereich Sonderpädagogik lohnt.
Was bedeutet Sonderpädagogik studieren?
Wenn du Sonderpädagogik studieren möchtest, entscheidest du dich für einen vielseitigen und gesellschaftlich wichtigen Studiengang. Das Lehramt Sonderpädagogik bereitet dich darauf vor, Schüler:innen mit unterschiedlichen Förderbedarfen zu unterrichten beispielsweise in den Bereichen Sprache, Lernen, Sehen, Hören oder emotionale und soziale Entwicklung.
Anders als beim klassischen Lehramt liegt hier der Fokus nicht nur auf Fachwissen, sondern auch auf pädagogischen und psychologischen Kompetenzen. Du lernst, Unterricht an die individuellen Stärken und Bedürfnisse von Schüler:innen anzupassen und eng mit Eltern sowie anderen Fachkräften zusammenzuarbeiten.
Aufbau des Studiums Lehramt Sonderpädagogik
Das Studium folgt grundsätzlich der Struktur anderer Lehramtsstudiengänge: Zuerst absolvierst du ein Bachelorstudium, anschließend folgt ein Master of Education, der dich für den Vorbereitungsdienst (Referendariat) qualifiziert.
Besonderheit beim Lehramt Sonderpädagogik:
- Du wählst in der Regel zwei Förderschwerpunkte (z. B. Sprache und Lernen).
- Zusätzlich studierst du meist ein Unterrichtsfach wie Deutsch, Mathematik oder Englisch.
- Praktische Phasen spielen eine besonders große Rolle, um den Umgang mit Schüler:innen in unterschiedlichen Fördersituationen zu erlernen.
Beispiel: Während du im klassischen Grundschullehramt stark auf die Primarstufe fokussiert bist, bereit dich das Lehramt Sonderpädagogik darauf vor, in verschiedenen Schulformen tätig zu sein von Grundschule über Gesamtschule bis zu Förderschulen.
Zugangsvorraussetzungen für Soderpädagogik
Um Sonderpädagogik studieren zu können, brauchst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Manche Hochschulen verlangen zudem ein bestimmtes Sprachniveau, da sprachliche Förderung ein zentrales Thema ist.
Weitere Voraussetzungen:
- Eignungspraktikum: Viele Bundesländer verlangen vor Studienbeginn ein Praktikum im pädagogischen Bereich.
- Soft Skills: Empathie, Geduld und Kommunikationsfähigkeit sind entscheidend für die spätere Tätigkeit im Bereich Sonderpädagogik.
- Numerus Clausus (NC): Je nach Universität kann der Zugang zum Studium durch einen NC geregelt sein.
Informiere dich frühzeitig bei deiner Wunsch-Uni über die Zulassungsvoraussetzungen.
Berufsperspektiven
Wer Sonderpädagogik studieren möchte, hat ausgezeichnete Berufsaussichten. Der Bedarf an qualifizierten Sonderpädagog:innen ist hoch, da Schulen zunehmend Wert auf Inklusion legen.
Mögliche Arbeitsfelder nach dem Studium Sonderpädagogik:
- Unterricht an Förderschulen
- Unterstützung in inklusiven Klassen an Grundschulen oder weiterführenden Schulen
- Beratung von Kolleg:innen in Fragen der individuellen Förderung
- Arbeit in schulischen Förderzentren oder überregionalen Beratungsstellen
Beispiel: Du könntest an einer Gesamtschule arbeiten, wo du gemeinsam mit anderen Lehrkräften Schüler:innen mit und ohne Förderbedarf unterrichtest.
- Sehr gute Berufsaussichten
- Abwechslungsreicher Berufsalltag
- Hoher gesellschaftlicher Wert der Tätigkeit
- Emotionale Belastung, da du mit schwierigen Lebenssituationen von Schüler:innen konfrontiert wirst
- Mehr organisatorische Abstimmung mit Kolleg:innen und Eltern
- Anspruchsvolle Kombination aus Pädagogik, Psychologie und Fachdidaktik
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Vorteile
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Herausforderungen
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Wenn du aber Freude daran hast, individuell auf Schüler:innen einzugehen und gesellschaftlich etwas zu bewegen, lohnt es sich definitiv, Sonderpädagogik zu studieren.
Gehalt & Karriere im Lehramt Sonderpädagogik
Nach erfolgreichem Abschluss und dem Referendariat wirst du in der Regel verbeamtet und erhältst ein Gehalt, das dem anderer Lehrämter entspricht. Je nach Bundesland und Besoldungsgruppe liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen 4.000 und 4.500 Euro brutto monatlich.
Mit zunehmender Berufserfahrung, Beförderungen oder Leitungspositionen kannst du dein Einkommen deutlich steigern.
Fazit: Warum es sich lohnt, Sonderpädagogik zu studieren
Das Lehramt Sonderpädagogik ist nicht nur ein Studium, sondern auch eine Berufung. Wer Sonderpädagogik studieren möchte, entscheidet sich für ein vielseitiges, anspruchsvolles und erfüllendes Berufsfeld. Du unterstützt Schüler:innen dabei, ihre Stärken zu entdecken und Teilhabe am schulischen Alltag zu erleben.
Gerade in Zeiten von Inklusion sind Sonderpädagog:innen gefragter denn je. Wenn du also Empathie, Geduld und Freude an pädagogischer Arbeit mitbringst, ist das Lehramt Sonderpädagogik die richtige Wahl für dich.