Erziehungswissenschaft studieren
Ein Text von Antonia Kelloms – ZEIT Studienführer 2023/24
Darum geht es
Viele glauben, dass sich die Erziehungswissenschaft (auch Pädagogik oder Bildungswissenschaft genannt) vor allem mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Das ist jedoch ein Irrtum. „Es geht um Lernprozesse und Bildung in jedem Alter“, sagt die Präsidentin des Erziehungswissenschaftlichen Fakultätentags Manuela Pietraß.
Im Studium lernst du verschiedene Formen, Methoden und Orte der Bildungsvermittlung kennen. Zu Letzteren zählen Kitas, Schulen, Unis, Unternehmen, soziale Einrichtungen und Seniorenheime. Auch Fragen der Bildungsgerechtigkeit werden behandelt.
Im Lauf des Bachelors spezialisierst du dich, zum Beispiel auf interkulturelle Bildung, auf Erwachsenenpädagogik oder auf die „Pädagogik der frühen Kindheit“, also der Lebensjahre vor der Schule. Der Schwerpunkt Organisationspädagogik wiederum hilft, wenn Bildung gemanagt werden muss, etwa bei der Digitalisierung von Schulen.
„An Bedeutung gewonnen hat vor allem die frühkindliche Bildung“, sagt Pietraß. Auch die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine machten sich bemerkbar: „Friedenserziehung und Erziehung zur Demokratie werden aktuell wichtiger.“ Resilienz durch Bildung, also zu lernen, wie man Krisenbewältigt, werde ebenfalls wichtiger.
Die meisten Absolventinnen und Absolventen fangen gleich nach dem Bachelor an zu arbeiten, doch mit einem Master vergrößerst du deine Chancen auf eine Stelle mit mehr Verantwortung und besserer Bezahlung. Stellen gibt es etwa in der Erwachsenenbildung, in Personalabteilungen und in der Kinder- und Jugendhilfe. Wenn du dagegen Lehrerin oder Lehrer werden willst, musst du ein Lehramtsstudium wählen.
Hier sind passende Pädagogik, Erziehungswissenschaft-Studiengänge und Hochschulen
Das sagen Studierende über Pädagogik, Erziehungswissenschaft
Typische Fragestellungen im Pädagogik, Erziehungswissenschaft-Studium
- Welche Chancen und Risiken birgt die Digitalisierung im Bildungswesen?
- Von welchen Bildungsmethoden in anderen Ländern kann Deutschland lernen?
- Welche Rolle spielt die soziale Herkunft für den Bildungserfolg?
- Wie fördert man Heranwachsende in bildungsfernen Milieus?
- Welche Ziele verfolgt die Personalentwicklung in einem Unternehmen?
- Wie kann man durch Bildung ein tolerantes Miteinander befördern?
- Wie gelingt inklusive Bildung?
- Welche Rolle sollten Medien bei der frühkindlichen Bildung spielen?
- Wie bleibt man im Alter geistig aktiv?
So läuft das Studium ab
Los geht es mit Grundbegriffen wie Bildung, Lernen, Erziehung und Sozialisation und mit den dazugehörigen Theorien. Du befasst dich mit verschiedenen Herangehensweisen für erziehungswissenschaftliche Probleme und damit, wie man Lernprozesse analysiert, Lehre klug plant, Lernprobleme erkennt und Bildungspläne konzipiert. Du lernst wissenschaftliche Methoden wie Interview, Beobachtung und Befragung kennen und übst, Forschungsdaten auszuwerten. Meist erhalten die Studierenden auch Einblick in Fächer wie Psychologie, Soziologie oder Recht.
Ab dem dritten Semester wählt man einen oder zwei Schwerpunkte. „Bei den Themen gibt es große Unterschiede zwischen den Unis“, sagt Pietraß. Informiere dich deshalb vorab auf den Websites der Institute. Zum Ende des Bachelors folgt ein Pflichtpraktikum, zum Beispiel in einem Kindergarten oder einer Personalabteilung.
Alle Pädagogik, Erziehungswissenschaft-Städte in der Übersicht
Das bietet dir ein Studium im Fach Pädagogik, Erziehungswissenschaft noch
Pädagogik, Erziehungswissenschaft passt zu dir, wenn …
... du dich für die Hintergründe von Lernprozessen interessierst. Dass man Spaß am Austausch mit Menschen haben sollte, ist den meisten bewusst. Weniger bekannt ist, dass die Studierenden Interesse an intensiver Textarbeit mitbringen und selbst gerne Texte verfassen sollten. „Neben der direkten pädagogischen Arbeit haben viele Absolventinnen und Absolventen später mit eher abstrakten Themen wie Bildungsplanung und Bildungsorganisationzu tun“, sagt Pietraß. Dazu muss man sich mit Daten und Zahlen auskennen. Statistik gehört zum Studium dazu.
Von Professor:innen empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten
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Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
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Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
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Argumentations-/Diskussionsfähigkeit
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Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen
- Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
- Fähigkeit zur Selbstreflexion
- Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
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Teamfähigkeit
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Ambiguitätskompetenz / Umgang mit Misserfolgen
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Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
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Eigeninitiative
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Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
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Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
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Interesse am Umgang mit Menschen
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Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten
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Interesse an sozialwissenschaftlichen und -politischen Themen
Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2025/26, n=121
Gibt es einen NC?
Etwa die Hälfte der Studiengänge hat einen NC, häufig liegt er zwischen Zwei und Drei.
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