Berufsschullehramt studieren
Welche Fächer kann ich auf Berufsschullehramt studieren?
Das Berufsschullehramt Studium eröffnet dir spannende Perspektiven: Du begleitest Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang von Schule zu Beruf, vermittelst Fachwissen praxisnah und förderst ihre persönliche Entwicklung. Mit einem Lehramt an berufsbildenden Schulen bist du in einem stark nachgefragten Berufsfeld angesiedelt.
Aufbau und Dauer des Studiums Berufsschullehramt
In Deutschland folgt das Berufsschullehramt Studium meist einem zweistufigen Modell:
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Bachelor of Education (B.Ed.): in der Regel 6 Semester
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Master of Education (M.Ed.): je nach Hochschule 2 bis 4 Semester
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Referendariat (Vorbereitungsdienst): 18 bis 24 Monate, abhängig vom Bundesland
Insgesamt dauert es damit in der Regel 6,5 bis 7 Jahre, bis du im Lehramt an berufsbildenden Schulen arbeiten kannst.
An einigen Universitäten gibt es statt dem Bachelor/Master noch das klassische Staatsexamen. Dieses Modell endet mit dem ersten Staatsexamen, worauf ebenfalls das Referendariat folgt.
Ein Unterschied zum Grundschullehramt oder Gymnasiallehramt: Das Berufsschullehramt kombiniert immer ein allgemeinbildendes Fach mit einem beruflichen Schwerpunkt (z. B. Metalltechnik, Elektrotechnik, Sozialpädagogik). So bist du direkt auf die berufliche Bildung vorbereitet und eröffnest dir vielfältige Perspektiven im Lehramt berufsbildender Schulen.
Studieninhalte: Was lernst du im Berufsschullehramt?
Das Studium Berufsschullehramt setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen:
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Fachwissenschaftliche Inhalte
Du studierst ein allgemeinbildendes Fach (z. B. Deutsch, Englisch, Mathematik, Politik) und ein berufliches Fachgebiet. Dieses berufliche Fach kann z. B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaft oder Pflegewissenschaft sein.
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Fachdidaktik
Hier lernst du, wie du dein Fach praxisnah, anschaulich und methodisch sinnvoll an Schüler:innen vermittelst – mit Blick auf deren berufliche Zukunft.
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Bildungs- und Erziehungswissenschaften
Themen wie Pädagogik, Psychologie, Schulpädagogik, Inklusion oder Unterrichtsforschung bereiten dich auf den Schulalltag im Lehramt an berufsbildenden Schulen vor.
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Praxisanteile
Viele Hochschulen integrieren mehrere Praktika: Hospitationen, Unterrichtsversuche oder Praxissemester in Berufsschulen.
Beispiel: Im Studium Berufsschullehramt könntest du parallel ein Modul zur Didaktik der Metalltechnik besuchen, ein Seminar zu Pädagogik und ein Praktikum in einer Berufsschule absolvieren, in dem du Auszubildende im Handwerk unterrichtest.
Zugangsvoraussetzungen & Zulassung für Berufsschullehramt
Für das Studium Berufsschullehramt benötigst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur).
Besonderheiten:
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Für manche beruflichen Fachrichtungen ist eine einschlägige Berufsausbildung oder ein Vorpraktikum Voraussetzung.
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In Fächern wie Sport oder Kunst kann eine Eignungsprüfung gefordert sein.
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An vielen Hochschulen gilt ein Numerus Clausus (NC), besonders in beliebten Fächern wie Deutsch oder Englisch.
Da das Lehramt berufsbildende Schulen nicht an allen Universitäten angeboten wird, solltest du genau prüfen, an welchen Standorten deine gewünschte Fächerkombination möglich ist.
Berufsperspektiven & Gehalt
Die Jobaussichten im Berufsschullehramt sind sehr gut. In Deutschland herrscht in vielen beruflichen Fachrichtungen akuter Lehrkräftemangel. Besonders in technischen Fächern, Informatik, Pflege oder Wirtschaft sind Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen stark gefragt.
Nach Studium und Referendariat arbeitest du als Berufsschullehrer:in im Lehramt an:
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öffentlichen Berufsschulen
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Fachoberschulen und Berufsfachschulen
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Berufskollegs
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Privatschulen oder berufsbildenden Einrichtungen
Dein Gehalt orientiert sich an der Besoldung im öffentlichen Dienst (Beamtenbesoldung). Einstiegsgehälter variieren je nach Bundesland, liegen aber in der Regel zwischen 4.000 und 4.800 Euro brutto.
- Sehr gute Berufschancen im Lehramt an berufsbildenden Schulen
- Sinnstiftende Tätigkeit: Du begleitest junge Erwachsene in einer wichtigen Lebensphase
- Verbindung von Theorie und Praxis durch berufliche Fächer und Praktika
- Beamtenstatus mit sicherem Gehalt nach der Ausbildung
- Langwierige Ausbildung (Bachelor + Master + Referendariat
- Anspruchsvolle Doppelbelastung: allgemeinbildendes und berufliches Fach
- Teilweise hohe Anforderungen in Technik- oder Naturwissenschaften
- Fächerwahl kann eingeschränkt sein, da nicht jede Hochschule jede Kombination anbietet
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Vorteile
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Herausforderungen
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Tipps für deine Studienwahl und Vorbereitung
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Fächerwahl prüfen: Wähle eine Kombination, die dir wirklich liegt. Technische oder naturwissenschaftliche Fächer sind besonders gefragt im Lehramt an berufsbildenden Schulen.
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Praktische Erfahrungen sammeln: Praktika in Berufsschulen oder Ausbildungen helfen dir, herauszufinden, ob du den Praxisbezug magst.
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Standortwahl bedenken: Manche Hochschulen haben einen Schwerpunkt auf technische Fachrichtungen, andere auf soziale oder wirtschaftliche.
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Studienmodelle vergleichen: Staatsexamen vs. Bachelor/Master – beide führen ins Referendariat im Berufsschullehramt.
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Beratung nutzen: Fachschaften, Hochschulgruppen oder Lehrkräfte im Bekanntenkreis können dir wertvolle Einblicke geben.
Fazit: Berufsschullehramt als zukunftssicheres Studium
Das Studium Berufsschullehramt ist ideal, wenn du Freude an Pädagogik hast, aber auch eine Leidenschaft für ein berufliches Fachgebiet mitbringst. Mit einem Lehramt an berufsbildenden Schulen wirst du gebraucht – gerade in Zeiten von Fachkräftemangel. Auch wenn der Weg bis du Berufsschullehrer:in bist lang ist, erwarten dich hervorragende Karrierechancen, ein sicherer Arbeitsplatz und die Möglichkeit, die nächste Generation von Fachkräften aktiv mitzugestalten.