Pharmazie studieren
Darum geht es im Pharmazie-Studium …
Im Pharmaziestudium erfährst du, wie man Arzneistoffe entwickelt und herstellt. Aber auch, wie sie wirken und welche Risiken ihre Verwendung haben kann. Dabei befasst du dich damit, wie der menschliche Organismus funktioniert, was ihn krank macht und welche Stoffe diesen Prozess beeinflussen können.
Außerdem wird zum Beispiel untersucht, inwieweit die Wirksamkeit und Haltbarkeit einer Substanz beeinflusst wird, je nachdem, ob sie als Saft, Tablette, Kapsel oder Injektion dargereicht wird.
„Im Unterschied zur Medizin kann man in der Pharmazie Menschen helfen, gesund zu werden, ohne Blut zu sehen“, sagt Bernd Clement, der Vorsitzende der Fachkonferenz Pharmazie im Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätentag.
Mit dem Abschluss kannst du später nicht nur in der Apotheke, sondern auch in der Pharmaindustrie sowie bei Arzneimittelprüfstellen arbeiten oder in die Forschung gehen.
Nice to know: Pharmazie, Pharmazeutik, Pharmakologie – alles das Gleiche? Jein! Die Pharmazie, auch Pharmazeutik oder Arzneikunde genannt, befasst sich mit der Entwicklung, Wirkung und Herstellung von Medikamenten.
Die Pharmakologie hingegen ist Teil davon und beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Stoffen und Lebewesen, also auch von uns Menschen. Dabei werden nicht nur Heilmittel, sondern jegliche Stoffe wie beispielsweise Gifte oder andere Schadstoffe untersucht.
Hier sind passende Pharmakologie, Pharmazie-Studiengänge und Hochschulen
Das sagen Studierende über Pharmazie, Pharmakologie
Typische Fragestellungen von Pharmazeut:innen
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Wie wirkt ein Medikament?
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Welche Darreichungsform ist für welchen Arzneistoff am sinnvollsten?
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Wann gelangen Substanzen in den Blutkreislauf?
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Wie findet man neue Wirkstoffe?
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Welche Probleme treten auf, wenn Antikörper als Arzneistoffe verwendet werden?
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Wie hantiert man sicher mit Chemikalien?
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Wie können Medikamente, die in die Umwelt gelangen, besser abgebaut werden?
Voraussetzungen für ein Pharmazie-Studium
Was braucht man, um Pharmazie zu studieren?
Um Pharmazie zu studieren, brauchst du die Allgemeine Hochschulreife und eine gewisse Durchschnittsnote. Denn der Studiengang ist durch einen Numerus Clausus zulassungsbeschränkt.
Darüber hinaus solltest du dich für Naturwissenschaften interessieren, analytisches Denkvermögen besitzen und sehr diszipliniert sein. Das Pharmazie-Studium gilt als sehr anspruchsvoll und die Ausbildungsphase ist sehr aufwändig.
Good to know: Die Vergabe der Studienplätze erfolgt über das Portal Hochschulstart.
Durchschnitt / NC für Pharmazie
Je nach Standort liegt der Numerus Clausus zwischen 1,2 und 2,4. Solltest du mit deinem Abi-Durchschnitt darüber liegen, bleiben aber noch drei alternative Möglichkeiten, zugelassen zu werden:
- durch das Nachrückverfahren
- über Wartesemester
- mittels Eignungstest
An manchen Hochschulen werden auch gute Noten in Deutsch, Mathe und Chemie mit in die Wertung genommen.
Pharmazie ohne Abi oder mit Fachabi studieren
Du möchtest Pharmazie studieren, hast aber kein Abitur? Dann gibt es für dich zwei Wege, eine Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen. Eine Möglichkeit ist der Nachweis einer abgeschlossenen Ausbildung und mehrerer Jahre Berufserfahrung in einem pharmazie-nahen Bereich. Die andere Option ist die Zulassung über eine Berufsausbildung plus Aufstiegsfortbildung, also nach einer Meister-, Fachwirts- oder Technikerprüfung.
Je nach Standort wird zusätzlich noch ein Aufnahmegespräch durchgeführt. Ausführliche Informationen zu den aktuellen Zulassungskriterien der Unis findest du auf den jeweiligen Websites.
Alle Pharmakologie, Pharmazie-Städte in der Übersicht
Pharmazie passt zu dir, wenn...
... du dich für Naturwissenschaften und Medizin begeisterst.
... du verstehen möchtest, wie Arzneien im Körper wirken.
... du schon zu Schulzeiten gut in Chemie, Bio und Physik warst.
… es dir bei der Aussicht auf Laborarbeit in den Fingern juckt.
… Präzision und Sorgfalt deine steten Begleiter sind.
„Salben rühren ist ein bisschen wie Kochen: Mousse au Chocolat bekommt nicht jeder hin, auch wenn alle dasselbe Rezept haben“, sagt Clement. Oft müssen Versuche mehrmals wiederholt werden, bevor sie gelingen.
Außerdem ist das Studium ideal für dich, wenn du gerne mit Menschen zu tun hast. Denn in deinem beruflichen Alltag wirst du später Kund:innen mit deinem Fachwissen beraten oder mit anderen Expert:innen im Team zusammenarbeiten.
Neben Kommunikationsstärke ist auch ein gewisses Maß an Belastbarkeit wichtig, da du sowohl im Studium als auch im Beruf anspruchsvolle Aufgaben lösen musst.
Von Professor:innen empfohlene Fähigkeiten
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naturwissenschaftliche Vorkenntnisse und Affinität
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Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten
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abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
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Lern-, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
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selbstständiges, -organisiertes und -diszipliniertesArbeiten
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Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
Berufe nach einem Pharmazie-Studium
Mit deinem Abschluss kannst du später nicht nur in der Apotheke, sondern auch in der Forschung, bei Behörden sowie in der Pharmaindustrie arbeiten. „In der Industrie gibt es immer mehr Stellen in der Qualitätssicherung“, sagt Clement.
Dir eröffnet sich ein weites Feld an Möglichkeiten:
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Apotheke
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Apotheker:in in öffentlicher Apotheke
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Krankenhausapotheker:in
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Bundeswehrapotheker:in
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Pharmaindustrie
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Forschung und Entwicklung
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Qualitätskontrolle
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Produktmanager:in
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Wissenschaft und Forschung
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Öffentlicher Dienst
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Arzneimittelprüfer:in
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Verbraucherschutz
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Pharmazeutischer Außendienst
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Gesundheitspolitik und Verbände
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Klinische Studien
Hier ein paar Beispiele: Als Referent:in im Gesundheitswesen entwickelst du gesundheitspolitische Strategien für Ministerien. Oder du unterstützt als freiberufliche:r Berater:in Unternehmen bei Arzneimittelzulassungen. Und in der Pharmaindustrie überwachst du als Expert:in für Pharmakovigilanz die Sicherheit und Nebenwirkungen von Arzneimitteln.
Frisch von der Uni kannst du mit einem Einstiegsgehalt von durchschnittlich 44.000 Euro rechnen. Mit Berufserfahrung und entsprechenden Qualifizierungen kann dein Jahreslohn auf etwa 60.000 Euro steigen. Die Höhe hängt dabei auch vom Standort und Arbeitgeber ab.
Pharmazie studieren – Inhalte und Ablauf
Das Pharmazie-Studium ist in Grund- und Hauptstudium aufgeteilt. Das Grundstudium dauert vier Semester und wird mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen. In diesen zwei Jahren lernst du naturwissenschaftliche und pharmazeutische Grundkenntnisse.
Dafür belegst du folgende Fächer:
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Allgemeine, anorganische und organische Chemie
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Medizinische Chemie
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Pharmazeutische Biologie
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Grundlagen der Humanbiologie
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Krankheitslehre
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Pharmazeutische Analytik
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Pharmazeutische Technologie
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Arzneiformenlehre
Im Fach Arzneiformenlehre studierst du die Zusammensetzung von Salben, Cremes und Zäpfchen. Und stellst sie anschließend auch selbst her. Im weiteren Verlauf des Studiums geht es um die Entwicklung und die Wirkung von Arzneimitteln.
Deine neu gewonnene Expertise kannst du erstmals im Pflichtpraktikum anwenden. In acht Wochen sammelst du Berufserfahrungen sowohl in einer öffentlichen Apotheke (mindestens vier Wochen) als auch bei anderen pharmazeutischen Arbeitgebern deiner Wahl.
Nach dem ersten Staatsexamen beginnst du das Hauptstudium. Hier vertiefst du dein Wissen in den genannten Fachgebieten. Außerdem kommen noch Pharmakologie beziehungsweise Toxikologie sowie Klinische Pharmazie dazu.
Nach dem Zweiten Staatsexamen folgt das Praktische Jahr, auch Famulatur genannt. Mindestens die Hälfte davon arbeitest du wieder in einer Apotheke; die übrige Zeit kannst du in der Industrie, im Krankenhaus, an Hochschulen oder anderen Einrichtungen absolvieren.
Anschließend folgt das Dritte Staatsexamen – die pharmazeutische Prüfung unter Vorgabe der Approbationsordnung für Apotheker (AAppO). Danach kannst du die Approbation, also die Zulassung als Apotheker:in, beantragen.
Wie lange dauert ein Pharmazie-Studium?
Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Nach erfolgreichem Bestehen aller Prüfungen hast du das Erste sowie das Zweite Staatsexamen in der Tasche. Danach lernst du für die pharmazeutische Prüfung. Ist sie bestanden, kannst du deine Approbation beantragen.
Bitte beachte, dass es bei einem so anspruchsvollen Studium wie Pharmazie zu Verzögerungen kommen kann, wenn du mal eine Klausur schiebst oder nicht bestehst.
Was kostet ein Pharmazie-Studium?
In der Regel absolvierst du dein Studium an einer staatlichen Universität. Dort werden (anders als bei privaten Einrichtungen) lediglich Semesterbeiträge fällig. Zwei Mal im Jahr zahlst du diesen Betrag, der sich von Uni zu Uni unterscheidet.
Plane zusätzlich Kosten für Labormaterialien ein und einen Puffer, falls sich dein Studium verlängert.
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