Soziologie studieren
Darum geht es im Soziologie-Studium …
In wen Menschen sich verlieben, welchen Beruf sie anstreben und weshalb manche zu Querdenkern werden: Das alles beschäftigt die Sozialwissenschaften beziehungsweise die Soziologie. Sie untersucht soziales Handeln – im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz, in der Schule, in sozialen Medien oder auf Datingportalen.
Dabei werden unterschiedliche Methoden angewendet, wie beispielsweise Interviews oder Experimente. So werden in Umfragen relevante Informationen wie Gehaltsdaten, Wahlabsichten oder Einstellungen zu Themen erfragt. Du gehst Phänomenen wie Altersarmut, Lebenszufriedenheit und Diskriminierung auf die Spur.
Nice to know: Soziologie vs. Sozialwissenschaften – was ist was? Sozialwissenschaften (oft auch Gesellschaftswissenschaften) beschäftigen sich mit dem Zusammenleben von Menschen im gesellschaftlichen Kontext. Sie gliedert sich in Teildisziplinen auf, wie beispielsweise Psychologie, Kulturwissenschaft, Kriminologie – aber auch die Soziologie. Letztere Wissenschaft konzentriert sich auf das menschliche Sozialverhalten.
Hier sind passende Sozialwissenschaft, Soziologie-Studiengänge und Hochschulen
Das sagen Studierende über Soziologie, Sozialwissenschaft
Typische Fragestellungen von Soziolog:innen
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Welche gesellschaftlichen Strukturen fördern den Rechtspopulismus?
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Entsteht Freundschaft vor allem zwischen Menschen derselben sozialen Schicht?
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Welche Formen von Arbeit gibt es, und wie kann man ihren Wert messen?
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Wie haben sich Familienmodelle in den letzten 50 Jahren verändert?
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Warum tragen Menschen im Beruf andere Kleidung als in der Freizeit?
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Wieso gibt es eine Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen?
Voraussetzungen für ein Soziologie-Studium
Was braucht man, um Sozialwissenschaften zu studieren?
Um Soziologie zu studieren, benötigst du das Abitur oder die Fachhochschulreife. An manchen Hochschulen wird darüber hinaus noch ein gewisser NC gefordert.
Zudem brauchst du gute Kenntnisse in Mathematik und Statistik, wenn es um die Auswertung empirischer Arbeiten geht. Solide Englischkenntnisse helfen dir beim Verständnis fremdsprachlicher Fachliteratur. Und auch Fähigkeiten in Textanalyse und wissenschaftlichem Arbeiten sind von Vorteil.
Darüber hinaus solltest du ein großes Interesse an gesellschaftlichen Themen rundum soziale Strukturen, Kultur und Politik mitbringen.
Durchschnitt / NC für Soziologie / Sozialwissenschaften
Etwa die Hälfte der Studiengänge in Soziologie hat einen Numerus Clausus, der oft im Zweierbereich liegt.
Soziologie ohne Abi oder mit Fachabi studieren
Auch ohne Abitur hast du verschiedene Möglichkeiten, ein Soziologie Studium aufzunehmen. Mit der fachgebundenen Hochschulreife kannst du an Fachhochschulen studieren. Und auch Unis in einigen Bundesländern erkennen das Fachabi als Hochschulzugangsberechtigung an.
Alternativ führt dein Weg ins Studium über deine berufliche Qualifikation. Dafür musst du entweder eine abgeschlossene Ausbildung, mehrjährige Berufserfahrung oder eine berufliche Fortbildung wie eine Meisterprüfung, Technikerprüfung oder einen Betriebs- beziehungsweise Fachwirt nachweisen.
Wichtig ist, dass du in einem fachrelevanten Bereich beruflich qualifiziert bist. Dazu zählen zum Beispiel Sozialarbeit, Wirtschaft oder Erziehung.
Alle Sozialwissenschaft, Soziologie-Städte in der Übersicht
Soziologie passt zu dir, wenn…
… du dich dafür interessierst, wie Gesellschaften funktionieren und sich verändern.
… du gerne beobachtest, wie Menschen in Gruppen interagieren.
… du die Vision hast, Lösungen für gesellschaftliche Probleme mitzuentwickeln.
… du Freude daran hast, analytisch und kritisch über soziale Themen nachzudenken.
… du kommunikativ bist und dich gerne mit unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzt.
… du verstehen möchtest, warum soziale Ungleichheiten entstehen.
… du neugierig bist, wie die Digitalisierung soziale Strukturen beeinflusst.
… du Lust hast, Daten zu sammeln, auszuwerten und zu analysieren.
„Soziologie ist kein Laberfach, man darf den wissenschaftlichen Anspruch nicht unterschätzen", sagt Villa Braslavsky.
Die Studierenden verbringen viel Zeit damit, die soziologischen Methoden zu üben. Außerdem wird gerechnet, denn nur mithilfe von Statistik kannst du Daten aus Befragungen auswerten.
Für das Studium empfohlene Fähigkeiten
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Interesse an gesellschaftlichen Themen
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Analytisches und kritisches Denken
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Textverständnis und gute Ausdrucksfähigkeit
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Grundkenntnisse in Statistik und Datenanalyse
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Kommunikations- und Diskussionsfähigkeit
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Selbstorganisation und Zeitmanagement
Berufe nach einem Soziologie-Studium
Nach deinem Abschluss erwartet dich eine vielfältige Bandbreite an beruflichen Möglichkeiten. Sozialwissenschafterler:innen finden Anstellungen in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel der Forschung, dem Bildungswesen, Medien, Unternehmen oder der Politik.
Das sind typische Berufe für Menschen mit sozialwissenschaftlichem Hintergrund:
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Sozialarbeiter:in
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Integrationsberater:in
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Familienberater:in
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Hochschuldozent:in
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Datenanalyst:in
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Marktforscher:in
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Referent:in in Ministerien / Parteien
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Mitarbeiter:in in Verwaltungen
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Medienanalyst:in
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Personalreferent:in
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Kulturmanager:in
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Entwicklungshelfer:in
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Fundraiser:in
Für viele der genannten Berufe kannst du dich bereits im Studium spezialisieren. Oft werden dafür Fächer wie Arbeitssoziologie, Sozialforschung oder Organisationsentwicklung angeboten.
Als Soziolog:in verdienst du durchschnittlich zwischen 43.000 und 59.000 Euro brutto im Jahr. Wie viel man dir tatsächlich zahlt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Es zählen unter anderem deine Spezialisierung und Berufserfahrung, aber auch Größe, Standort und Branche deines Arbeitgebers.
Soziologie studieren – Inhalte und Ablauf
Zu Beginn deines Studiums geht es um Grundbegriffe wie Gesellschaft, Macht oder soziale Ungleichheit. Manche Unis bieten im ersten Semester außerdem ein sogenanntes Propädeutikum an. Darin lernst du zunächst fachliche und methodische Grundlagen wie Literaturrecherche und wissenschaftliches Schreiben.
Zu Grundlagenfächer gehören oft:
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Sozialstrukturanalyse
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Klassiker der Soziologie
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Moderne soziologische Theorien
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Forschungsmethoden
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Datenanalyse und Statistik
Als Studierende:r der Soziologie sitzt du in Vorlesungen zu Kultursoziologie und Statistik und belegst Seminare etwa zu sozialem Wandel und sozialer Ungleichheit. Du lernst die Theorien des Fachs kennen, etwa die Systemtheorie oder Handlungstheorien, und befasst dich mit Methoden der Gesellschaftsanalyse.
An vielen Unis kannst du Schwerpunkte wählen wie
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Familiensoziologie
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Arbeitssoziologie
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Techniksoziologie
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Bildungssoziologie
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Migrationssoziologie
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Geschlechterstudien
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Gesundheitssoziologie
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Politische Soziologie
Auch ein Forschungspraktikum gehört meistens zum Studium dazu. Ein bis zwei Semester lang bearbeitest du dafür eine Forschungsfrage, von der Konzeption bis zum Forschungsbericht. Die Studierenden untersuchen zum Beispiel, warum Menschen Carsharing nutzen, wie das Homeoffice die Arbeitswelt verändert und wie Care Arbeit verteilt wird und warum.
Wer einen Master anschließen möchte, kann dies allgemein in Soziologie tun oder sich weiter spezialisieren. Typische Bereiche sind beispielsweise Umwelt, Bildung, Migration, Armut oder Arbeit.
Wie lange dauert ein Soziologie-Studium?
Die Regelstudienzeit bis zum Bachelor dauert sechs Semester. Für einen Master-Abschluss solltest du weitere vier Semester einkalkulieren.
Was kostet ein Soziologie-Studium?
Als Studi an einer staatlichen Uni oder Hochschule zahlst du lediglich einen Semesterbeitrag. Der liegt je nach Institution bei etwa 200 bis 350 Euro und fällt jedes Halbjahr an.
An privaten Hochschulen werden hingegen Studiengebühren fällig. Diese fallen deutlich höher aus und sind meist monatlich zu zahlen.
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