Psychologie studieren
Darum geht es im Psychologie-Studium
Im Psychologie-Studium lernst du, das menschliche Erleben und Verhalten zu verstehen: Wie entstehen Vorurteile? Wie kann man die Glaubwürdigkeit von Zeugen beurteilen? Warum glauben Menschen an Verschwörungstheorien? Mit solchen Fragen setzt sich die Psychologie auseinander.
Da dieses Studienfach an der Schnittstelle zwischen Natur- und Sozialwissenschaften liegt, werden unterschiedliche Methoden genutzt. In Experimenten und Feldstudien arbeitest du an der Universität mit Tests, Fragebögen, Interviews und Verhaltensbeobachtungen. Manchmal kommen neben den psychologischen auch physiologische Methoden wie Elektroenzephalogramme (EEGs) oder die Messung von Körperwerten über Smartwatches zum Einsatz.
Passende Psychologie Studiengänge
Das sagen Studierende ĂĽber Psychologie
Typische Fragestellungen von Psycholog:innen
- Wie entwickeln Kinder prosoziales Verhalten?
- Was sagt unsere Smartphone-Nutzung über uns aus?
- Wie überwinden Geflüchtete ein Trauma?
- Wie können Angststörungen effektiv behandelt werden?
- Wie finde ich heraus, ob ein Training wirkt?
- Was bewirken Hormone im Körper?
- Welche Faktoren tragen zur Motivation von Mitarbeitenden bei?
- Wie wirkt sich Stress auf die körperliche Gesundheit aus?
Voraussetzungen fĂĽr ein Psychologie-Studium
Was braucht man, um Psychologie zu studieren?
Für die Uni-Zulassung zum Psychologie-Studium brauchst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder eine gleichwertige Zugangsberechtigung. Einige Hochschulen und Universitäten akzeptieren in ihren Psychologie-Studiengängen auch die Fachhochschulreife.
Zudem ist der Studiengang an einem Großteil der Hochschulen zulassungsbeschränkt. Zur Aufnahme brauchst du einen bestimmten Notendurchschnitt – den Numerus Clausus (NC). Oft gibt es zusätzliche Auswahlverfahren wie Studieneignungstests, Motivationsschreiben oder Interviews. Aber das variiert je nach Uni bzw. Hochschule und Semester.
„Statistik und Methodenlehre gelten als Hürden, sind aber zu schaffen“, sagt Stefan Schulz-Hardt. „Wir erwarten nicht, dass die Leute als Experten für Statistik zu uns kommen. Sie müssen nur die Bereitschaft mitbringen, sich darauf einzulassen.“
Stefan Schulz-Hardt Präsident, Deutsche Gesellschaft für Psychologie
Um gut durchs Studium zu kommen, sollten also Mathe und Statistik für dich kein Problem darstellen. Außerdem helfen dir gute Englisch-Kenntnisse dabei, Fachliteratur zu verstehen.
Durchschnitt / NC für Psychologie
Für Psychologie-Studiengänge liegt der Numerus Clausus an staatlichen Unis etwa zwischen 1,0 und 1,9. In den Studiengang direkt reinzukommen ist also vergleichsweise schwer und erfordert gute Noten. Anders sieht es an privaten Hochschulen aus. Individuelle NC-Angaben sowie weitere Anforderungen wie Eignungstests und Regelungen bezüglich der Anrechnung von Wartesemestern findest du auf den Websites der Hochschulen.
Psychologie ohne Abi oder mit Fachabi studieren
Auch wenn die Möglichkeiten beschränkt sind, kannst du auch ohne Abitur Psychologie studieren. Hier sind ein paar alternative Wege zum Studium:
- Fachhochschulreife:In einigen Bundesländern kannst du an Fachhochschulen mit einem Fachabitur Psychologie studieren.
- Fernuniversitäten und private Institutionen:Manche Privatuniversitäten und Fernhochschulen legen individuelle Zulassungsvoraussetzungen fest, bei denen du kein Abi benötigst.
- Berufliche Qualifikation:An ausgewählten Hochschulen kannst du über deine Berufserfahrung und Qualifikation zum Studium zugelassen werden.
- Hochschulzugangsprüfung:Auch Studieninteressierte ohne Abi, aber mit beruflicher Qualifikation können an einigen Hochschulen an der Zugangsprüfung teilnehmen.
- Studiengangwechsel:Unter gewissen Umständen kannst du dein Studium in einem verwandten Fach wie z. B. Sozialwissenschaften beginnen und später zu Psychologie wechseln.
Die Bestimmungen sind je nach Institution, Bundesland und Studienjahr andere. Informiere dich am besten direkt auf den Websites der Hochschulen zu Details.
Psychologie ohne NC studieren
Es ist dein Traum, Psychologie zu studieren, aber du hast kein Einser-Abi? Kein Problem, diese drei Möglichkeiten hast du:
An privaten Hochschulen und im Ausland gibt es teilweise andere Zulassungsbeschränkungen, bei denen der Fokus nicht allein auf dem Numerus Clausus liegt. Und durch die Wartesemester-Regelung kannst du zu staatlichen Unis zugelassen werden, auch wenn keine 1,... auf deinem Zeugnis steht.
Achtung: Wer später als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut arbeiten will, muss einen Bachelor wählen, der danach für einen Master mit Schwerpunkt klinische Psychologie und Psychotherapie qualifiziert. Nach dem Master folgt in diesem Fall eine staatliche Prüfung, anschließend kannst du dich weiterqualifizieren, zum Beispiel um dich auf die Therapie von Kindern und Jugendlichen zu spezialisieren. Daneben gibt es zahlreiche Masterstudiengänge mit anderen Schwerpunkten, etwa Arbeits- und Organisationspsychologie oder pädagogische Psychologie.
Alle Psychologie-Städte in der Übersicht
Das bietet dir ein Studium im Fach Psychologie noch
Psychologie passt zu dir, wenn...
- … du wissen möchtest, warum sich Menschen so verhalten, wie sie es tun.
- … es dir leicht fällt, dich in andere Menschen hineinzuversetzen.
- … du komplexe Probleme systematisch angehen kannst.
- … du dich dafür interessierst, wissenschaftlich zu arbeiten.
- … du bereit bist, viel Zeit in ein anspruchsvolles Studium zu investieren.
- … du dich emotional fordernden Situationen gewachsen siehst.
Vorsicht: Du möchtest Psychologie studieren, um deine eigenen psychischen Probleme zu lösen? Dafür ist die Aufnahme eines Psychologie-Studiums nicht gedacht! Ganz im Gegenteil: Studierende sollten psychisch stabil sein und sich selbst hinterfragen können.
Von Professor:innen empfohlene Fähigkeiten für Psychologie
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Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
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Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
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Argumentations-/Diskussionsfähigkeit
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Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
- Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
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Fähigkeit zur Selbstreflexion
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Eigeninitiative
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Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
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Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
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Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
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Englischkenntnisse
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Interesse am Umgang mit Menschen
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Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten
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Interesse an der Auseinandersetzung mit Theorien
Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2025/26, n=335.
Berufe und Gehalt nach einem Psychologie-Studium
Auch wenn viele Psychologie studieren, um einen Beruf im Gesundheitswesen zu ergreifen, sind deine Möglichkeiten vielfältig. Du kannst mit deinem Abschluss auch in der Wirtschaft, im Management, als Coach, im Bildungssektor und vielen weiteren Bereichen arbeiten.
Interessante Berufsfelder für Psycholog:innen:
- Personalwesen
- Marketing
- Unternehmensberatung
- Psychotherapie
- Rehabilitationspsychologie
- Schulpsychologie
- Kriminalpsychologie
- Sportpsychologie
- Coaching
- Forschung
Psycholog:innen sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt wie nie. Damit sind deine Chancen auf eine lukrative Anstellung und ein gutes Gehalt groß. Das Durchschnittsgehalt in der klinischen Psychologie liegt in Deutschland bei etwa 60.000 Euro.
Psychologie studieren – Inhalte und Ablauf
Zu Beginn des Studiums erhältst du einen Überblick über die Bandbreite des Fachs. Auf dem Stundenplan stehen u.a.:
- Allgemeine Psychologie
- Sozialpsychologie
- Differentielle Psychologie
- Entwicklungspsychologie
- Klinische Psychologie
- Pädagogische Psychologie
- Biologische Psychologie
- Arbeits- und Organisationspsychologie.
Außerdem erlernst du methodisches Wissen, um Tests zu entwickeln. Du beschäftigst dich damit, welche Kriterien wissenschaftliche Studien erfüllen müssen. Und du lernst, wie man Daten erhebt und auswertet.
Neben der Theorie und Forschung sind Praktika ein verpflichtender Teil des Studiums. Um praktische Erfahrungen zu sammeln, kannst du zum Beispiel in eine Klinik, eine Personalabteilung oder eine Forschungseinrichtung gehen.
Nach einem einjährigen psychologischen Praktikum beantragst du die Approbation. Und kannst dann als Psycholog:in in die Berufswelt starten.
Was muss ich tun, um Psychotherapeut:in zu werden?
Um als Psychotherapeut:in tätig zu werden, musst du nach dem Bachelor und Master noch eine weitere Ausbildung machen. Diese sogenannte psychotherapeutische Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit oder fünf Jahre in Teilzeit.
Achtung: Um Psychotherapeut:in zu werden, musst du einen Bachelor wählen, der dich für einen Master mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie qualifiziert.
Wie lange dauert ein Psychologie-Studium?
Die Regelstudienzeit im Bachelor beträgt meist sechs Semester, also drei Jahre. Das Masterstudium dauert in der Regel vier Semester (zwei Jahre). Wenn du Psychotherapeut:in werden möchtest, musst du noch mit drei Jahren Ausbildung rechnen.
Was kostet ein Psychologie-Studium?
Ein Studium an staatlichen Universitäten kostet theoretisch nichts. Du zahlst lediglich die Semestergebühren, die abhängig von Standort und Semester variieren.
Anders sieht es an privaten Hochschulen aus. Hier solltest du im Regelfall mit Studiengebühren zwischen 300 und 700 Euro monatlich rechnen.
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