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Psychologie studieren

122 Hochschulen 296 Studiengänge

Die Psychologie befasst sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen.

Ein Text von Florian Schumann. Mitarbeit: Christian Heinrich – ZEIT Studienführer 2022/23

Psychologie-Studieninhalte — darum geht es

Denken und fühlen Menschen mit unterschiedlicher sexueller Identität anders ? Kann eine Therapie die Persönlichkeit eines Menschen verändern? Und welche Auswirkung hat das Homeschooling? Mit solchen Fragen setzt sich die Psychologie auseinander, die Wissenschaft vom menschlichen Erleben und Verhalten. Sie liegt an der Schnittstelle zwischen Natur- und Sozialwissenschaften. Deshalb arbeitet sie mit unterschiedlichen Methoden, etwa mit Persönlichkeitstests oder Intelligenztests, aber auch mit Verhaltensbeobachtungen oder Interviews. Manchmal nutzt die Psychologie auch physiologische Methoden, wie Elektroenzephalogramme (EEGs) oder die Messung von Verhalten und Körperwerten über Smartphones und -watches.

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Cover von DIE ZEIT Studienführer

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Typische Fragestellungen im Psychologie-Studium

  • Wie hängen Triebe und Verhalten zusammen?
  • Was sagt unser Umgang mit dem Smartphone über unsere Persönlichkeit aus?
  • Wie erkennt man eine gute Studie?
  • Wie überwinden Geflüchtete ein Trauma?
  • Welchen Einfluss hat frühe Bildung auf Chancengleichheit?
  • Was ist wichtig, um eine Pandemie psychisch gut zu verkraften?
  • Wie verändert sich die Intelligenz eines Menschen im Laufe seines Lebens?
  • Wie beeinflussen Hormone unser Wohlbefinden?
  • Wie entsteht prosoziales Verhalten bei Kindern?

So läuft das Studium ab

Bis zum Bachelor dauert es in der Regel sechs Semester. Zu Beginn gibt es einen Überblick: Allgemeine Psychologie steht genauso auf dem Stundenplan wie Sozialpsychologie oder Differentielle Psychologie, die sich mit den Unterschieden zwischen Menschen beschäftigt. Weitere Themengebiete sind Entwicklungspsychologie, Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie sowie Arbeits- und Organisationspsychologie.

Im Studium lernst du unter anderem, Tests zu entwickeln. Dafür braucht es methodisches Wissen wie beispielsweise Statistik. In dem Fach beschäftigst du dich damit, wie man Daten erhebt und auswertet und welche Kriterien wissenschaftliche Studien erfüllen müssen. Auch Pflichtpraktika sind Teil deines Studiums – in einer Klinik, bei einer Beratungsstelle, in der Personalabteilung eines Unternehmens oder einer Forschungsstelle.

Achtung: Wer als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut arbeiten will, muss einen Bachelor wählen, der für einen Master mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie qualifiziert. Die meisten Studiengänge mit dem Abschluss »Psychologie B.Sc« an Universitäten tun das. Aber du solltest vorher überprüfen, ob dein Wunschstudiengang die Voraussetzung erfüllt. Nach dem Master folgt eine staatliche Prüfung, anschließend kannst du dich noch weiterqualifizieren, zum Beispiel um dich auf Kinder- und Jugendtherapie zu spezialisieren.

Hier sind passende Psychologie-Studiengänge

Psychologie passt zu dir, wenn …

... du dich dafür interessierst, wie Menschen die Welt erleben und warum sie sich so verhalten, wie sie es tun. Das allein reicht allerdings nicht: Du musst auch mit Mathe klarkommen. »Man braucht solide Grundlagen in Statistik. Die Studierenden müssen schließlich Studien verstehen und beurteilen können, zum Beispiel wie verschiedene Therapien wirken«, sagt Markus Bühner, Professor an der LMU München und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Gutes Englisch braucht man ebenfalls, etwa um Fachliteratur zu verstehen. Für ein Psychologiestudium sollte man sich nicht deshalb entscheiden, um eigene Probleme zu lösen. Im Gegenteil: Studierende sollten psychisch stabil sein und sich selbst hinterfragen können. Rund drei Viertel aller Studierenden des Fachs sind übrigens Frauen.

Von Professor:innen empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten

  • Interesse am Umgang mit Menschen
  • Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten / Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (inkl. Lese- und Schreibkompetenz / Textverständnis / Freude am Lesen)
  • Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
  • Sozialkompetenz / Empathie / emotionale Intelligenz
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Englischkenntnisse

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17

Gibt es einen NC?

An staatlichen Universitäten haben Psychologiestudiengänge nicht selten einen Numerus clausus nahe der 1,0. Aufgrund des hohen Andrangs gibt es immer mehr Studienangebote an privaten Hochschulen. Sie verlangen jedoch teilweise hohe Gebühren und qualifizieren auch nicht immer für eine Ausbildung zum Psychotherapeuten.

Wo kann ich Psychologie studieren?