Mechatronik studieren
Ein Text von Madlen Ottenschläger – ZEIT Studienführer 2023/24
Darum geht es
Wer schon einmal mit einem E-Roller gefahren ist, der hat ein mechatronisches System genutzt: Denn der Antrieb vereint auf kleinstem Raum mechanische und elektronische Komponenten mit Software. Wenn diese drei Bestandteile in einem System zusammengebracht werden, spricht man von Mechatronik. Dazu gehören auch Smartphones, die zum Beispiel mit Sensoren für das Erkennen eines Fingerabdrucks ausgestattet sind, oder Saugroboter, die mit einer Wischfunktion die Wohnung sauber machen können.
„Heute sind fast alle Produkte des täglichen Lebens mechatronische Systeme“, sagt Rolf Biesenbach, Professor an der Hochschule Bochum und Vorsitzender des Fachbereichstags Mechatronik. Als Mechatronikingenieurin oder Mechatronikingenieur entwickelst du aber nicht nur Produkte. Du verbesserst auch ganze Produktionsprozesse und ermöglichst production on demand: zum Beispiel wenn jemand ein personalisiertes Wunschauto möchte. Ein wichtiges Thema ist dabei die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter, etwa in der Produktion von Fahrzeugen, wo Mensch und Greifarm quasi Hand in Hand arbeiten. In der Mechatronik forscht man daran, welche Eigenschaften ein Roboter haben muss, damit man ihn intuitiv und dennoch sicher bedienen kann. Auch interaktive Roboter werden immer beliebter, zum Beispiel im Pflegebereich. Weitere große Themen für Mechatroniker sind künstliche Intelligenz sowie Big Data.
Hier sind passende Mechatronik-Studiengänge und Hochschulen
Das sagen Studierende über Mechatronik
Typische Fragestellungen im Mechatronik-Studium
- Mit welchen elektrischen Antriebssystemen kann man die Mobilität der Zukunft gestalten?
- Wie funktioniert ein Spurassistenzsystem im Auto?
- Wie verläuft der Weg vom virtuellen Entwurf einer Smart Factory zur realen Produktionsstätte?
- Warum weiß ein Roboter, an welchem Fahrzeug er welche Schweißnaht setzen muss?
- Wie produziert man wettbewerbsfähig, nachhaltig und ressourcenschonend?
So läuft das Studium ab
Zu Beginn lernst du die Grundlagen aus Mathematik, Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. „Manche wollen am liebsten gleich ein Elektroauto bauen. Aber ohne Grundlagen geht das nicht“, sagt Rolf Biesenbach. Zudem gibt es an manchen Hochschulen Module zu Regelungs-und Informationstechnik. In den höheren Semestern wählt man meist eine Vertiefung: So lernst du zum Beispiel im Bereich Automation, am Computer komplexe Fertigungsanlagen zu entwickeln, beim Schwerpunkt Automotive fokussierst du dich auf den Entwurf neuer Antriebssysteme. Weitere Schwerpunkte sind Qualitätssicherung und Projektmanagement. Weil das Angebot der Hochschulen sehr unterschiedlich ist, sollte man sich vorher über die Spezialisierungen informieren.
Zu den einzelnen Vertiefungsrichtungen gehören jeweils Projektarbeiten. Du entwickelst zum Beispiel Verfahren, mit denen Elektromotoren effizienter betrieben werden, oder baust gemeinsam mit anderen Studierenden ein Hoverboard, das auf dem Campus getestet werden kann. „Durch Projekte, auch in Gruppen, sollen Team- und Kommunikationsfähigkeit trainiert werden“, sagt Biesenbach. Zusätzlich sind an fast allen Hochschulen längere Praxisphasen integriert. Dafür gehen Studierende in Entwicklungs- oder Produktionsbereiche großer Unternehmen, aber auch in Start-ups, in deren Geschäftsmodell Mechatronik eine zentrale Rolle einnimmt. Oftmals schreiben sie später auch ihre Abschlussarbeit in dem jeweiligen Betrieb.
Alle Mechatronik-Städte in der Übersicht
Das bietet dir ein Studium im Fach Mechatronik noch
Mechatronik passt zu dir, wenn …
... du Spaß an Technik hast, gern Geräte oder Programme entwirfst und dich für Zukunftstechnologien interessierst. „Wenn komplexe Systeme funktionieren, die man selbst oder im Team geplant und gebaut hat, ist das ein tolles Gefühl“, bestätigt Biesenbach. Außerdem solltest du hartnäckig und geduldig sein und gern mit anderen zusammenarbeiten. Um dir die Grundlagen anzueignen, brauchst du auch Durchhaltevermögen.
Von Professor:innen empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten
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Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
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Mathematische Vorkenntnisse
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Technisches Grundverständnis
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Teamfähigkeit
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Eigeninitiative
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Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
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Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
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Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
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Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
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Technikinteresse
Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2025/26, n=133.
Gibt es einen NC?
Einen NC gibt es nur bei einem knappen Fünftel der Studiengänge.
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