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Elektrotechnik studieren

129 Hochschulen 512 Studiengänge

Studierende lernen, Verfahren und Geräte zu entwickeln, die Energie oder Informationen erzeugen und verarbeiten.

Ein Text von Madlen Ottenschläger. Mitarbeit: Paul Lütge – ZEIT Studienführer 2022/23

Elektrotechnik-Studieninhalte — darum geht es

Viele technische Entwicklungen basieren auf Fortschritten in der Elektrotechnik. Dazu zählen zum Beispiel selbstfahrende Autos, Smartphone-Sensoren, die den Alkoholgehalt im Atem messen, Fitnessarmbänder oder OP-Roboter, denen kleinste Schnitte mit höchster Präzision gelingen. »In der Elektro- und Informationstechnik fragen wir uns: In welchen Bereichen können wir das Leben durch technische Lösungen einfacher machen?«, sagt Kira Kastell, Präsidentin der Hochschule Hamm-Lippstadt und Vorsitzende des Fachbereichstags Elektrotechnik und Informationstechnik. Das Studienfach ist zum Beispiel auch die Grundlage für vieles, was in der Corona-Pandemie das Arbeitsleben oder das Homeschooling erleichtert hat, etwa Videokonferenzen und Streaming. 

Aktuelle Schwerpunktthemen sind Medizintechnik, Ressourceneffizienz, erneuerbare Energien und E-Mobilität. Eine immer größere Rolle spielen auch mobile Anwendungen wie Smart -watches oder Netzwerke, die sich selbst steuern.

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Cover von DIE ZEIT Studienführer

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Typische Fragestellungen im Elektrotechnik-Studium

  • Wie werden Computerchips entworfen?
  • Wie können Rechenzentren energie-effizienter werden?
  • Welche Auswirkungen hat die Energiewende auf den Aufbau des Stromnetzes?
  • Wie können Roboter auf dem Mars mit der Erde kommunizieren?
  • Auf welche Weise lässt sich der Verkehr nachhaltig und effizient steuern?
  • Warum erfordern KI-Anwendungen spezielle Hardwarebausteine?

So läuft das Studium ab

In den ersten Semestern stehen neben Mathe und Physik auch Vorlesungen über elektromagnetische Felder und Wellen auf dem Stundenplan. Du lernst, wie man Schaltungen entwirft, Daten verarbeitet und Informationen ebenso wie Energie überträgt. All das erfordert auch Informatik und Programmieren. 

Spätestens ab dem dritten Semester wird im Labor an praktischen Aufgaben gearbeitet. Du überlegst dann zum Beispiel, wie sich der Energieverbrauch einer Fabrik durch Eingriffe in die Steuerung reduzieren lässt. Dabei übst du unter anderem auch den Umgang mit Prüf- und Messgeräten. 

Bei der Frage, wie man Strom erzeugt, speichert und nutzt, geht es im Studium zunehmend um erneuerbare Energien und E-Mobilität. In der Informationstechnik steht die Signal- und Nachrichtenübertragung, etwa via Mobilfunknetz, im Vordergrund. 

In den höheren Bachelorsemestern setzt man dann Schwerpunkte. Verbreitet sind unter anderem Automatisierungstechnik, Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik und Mikroelektronik. Innerhalb dieser Felder kann man sich weiter spezialisieren, etwa auf die Nanoelektronik, die sich mit Schaltkreisen in der Größe von Molekülen befasst. 

Das Praxissemester – es ist an nahezu allen HAWs Teil des Studiums – verbringst du zum Beispiel in einer IT-Firma oder in Unternehmen der Energieversorgung. An den Unis gibt es manchmal ebenfalls Pflichtpraktika, auch diese befassen sich mit echten Fragestellungen aus Unternehmen. Ein Beispiel: Die Netzwerktechnik einer Telekommunikationsfirma schwächelt, wenn in den Stoßzeiten viele Kundinnen und Kunden gleichzeitig zugreifen. Wie könnte man das verbessern?

Hier sind passende Elektrotechnik-Studiengänge

Elektrotechnik passt zu dir, wenn …

... es dich fasziniert, wie Geräte funktionieren oder wie sich Alltagsprobleme mit technischer Unterstützung lösen lassen. Du solltest abstrakt und kreativ denken und Kommunikationstalent besitzen. »Mathe schreckt viele ab, aber das muss nicht sein: Sie unterscheidet sich im Studium stark von der Schul-Mathematik«, sagt Thilo Pionteck, Professor an der Universität Magdeburg und stellvertretender Vorsitzender des Fakultätentags für Elektrotechnik und Informationstechnik. Unentschlossene können sich zum Beispiel in den Schulferien mal ein paar Vorlesungen anhören – im Netz findet man Mitschnitte.

Von Professor:innen empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten

  • Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse
  • Affinität zu den Naturwissenschaften / naturwissenschaftliche Vorkenntnisse
  • Technikinteresse / technisches Grundverständnis
  • Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken
  • abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
  • Lernbereitschaft / Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • selbstständiges, selbstorganisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium

Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2016/17.

Gibt es einen NC?

Rund ein Fünftel der Studiengänge hat einen NC. Die meisten Angebote sind zulassungsfrei.

Wo kann ich Elektrotechnik studieren?