Elektrotechnik studieren
Darum geht es im Elektrotechnik-Studium …
Viele technische Entwicklungen basieren auf Fortschritten in der Elektrotechnik. Dazu gehören selbstfahrende Autos, Smartphone-Sensoren, die den Alkoholgehalt im Atem messen, oder OP-Roboter, denen kleinste Schnitte mit höchster Präzision gelingen.
Und auch der Wandel hin zu erneuerbaren Energien ist im Studienfach wichtiger denn je: Du beschäftigst dich damit, wie nachhaltig Energie erzeugt werden kann, zum Beispiel durch Windkraft- und Fotovoltaik-Anlagen. Und wie diese möglichst effizient verteilt wird.
„In der Elektro- und Informationstechnik fragen wir uns: In welchen Bereichen können wir das Leben durch technische Lösungen einfacher machen?“, sagt Kira Kastell, Präsidentin der Hochschule Hamm-Lippstadt und Vorsitzende des Fachbereichstags Elektrotechnik und Informationstechnik.
Dafür lernst du im Studium elektronische Systeme zu entwickeln, einzusetzen und zu analysieren. Das Fach zählt zu den Ingenieurwissenschaften und ist interdisziplinär aufgebaut. Wenn du dich dazu entschließt Elektrotechnik zu studieren, stehen sowohl Mathematik, Physik und Technik, als auch Sensorik, Programmiersprachen und Softwarenutzung auf deinem Stundenplan.
Hier sind passende Elektrotechnik-Studiengänge und Hochschulen
Das sagen Studierende über Elektrotechnik
Typische Fragestellungen von Elektrotechniker:innen
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Welche Auswirkungen hat die Energiewende auf den Ausbau des Stromnetzes?
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Wie werden Computerchips ressourceneffizient gebaut?
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Wie berechnet man die Leistung eines Elektromotors?
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Auf welche Weise lässt sich der Verkehr nachhaltig und effizient steuern?
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Wie gelingt eine stabilere Datenübertragung für Videokonferenzen aus dem ICE?
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Wie dimensioniert man eine Solaranlage?
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Warum erfordern KI-Anwendungen spezielle Hardware-Bausteine?
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Wie lassen sich Kommunikationsnetze gegenüber Cyberangriffen schützen?
Voraussetzungen für ein Elektrotechnik-Studium
Was braucht man, um Elektrotechnik zu studieren?
Die meisten Hochschulen setzen die Allgemeine oder Fachgebundene Hochschulreife für die Aufnahme zum Elektrotechnik-Studium voraus. An einigen Unis wird der Studiengang zusätzlich durch einen Numerus Clausus beschränkt. Zudem helfen dir solide Mathematik- und Physikkenntnisse, gut durch das Studium zu kommen.
Wenn du dich dann noch für Technik begeisterst, erfinderisch veranlagt bist und Probleme mit analytischem Denkvermögen lösen kannst, bist du fürs Studium bestens gewappnet.
Durchschnitt / NC für Elektrotechnik
An einem Großteil der Hochschulen ist der Studiengang zulassungsfrei. Nur bei etwa einem Fünftel der Institutionen brauchst du einen bestimmten Notendurchschnitt, um ins Studium starten zu dürfen. Der Numerus Clausus hängt von der Uni ab und verändert sich von Semester zu Semester. Er liegt durchschnittlich zwischen 2,2 und 3,6. Aktuelle Informationen findest du auf der Website deiner Wunschuni.
Elektrotechnik ohne Abi oder mit Fachabi studieren
Du kannst auch ohne Abi Elektrotechnik studieren, indem du eine berufliche Qualifizierung nachweist. Dafür legt jede Hochschule individuell fest, was du zur Zulassung vorlegen musst. Oft werden ein Meisterbrief, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder drei Jahre Berufserfahrung gefordert.
Alle Elektrotechnik-Städte in der Übersicht
Das bietet dir ein Studium im Fach Elektrotechnik noch
Elektrotechnik passt zu dir, wenn...
… du dafür brennst, die technischen Grundlagen hinter modernen Technologien zu verstehen.
... es dich fasziniert, wie sich Alltagsprobleme mit technischer Unterstützung lösen lassen.
… du abstrakt, analytisch und logisch denken kannst und kreativ bist.
… Mathematik und Physik schon zu Schulzeiten kein Problem für dich waren.
… du gerne im Team arbeitest und Kommunikationstalent besitzt.
Im Elektrotechnik-Studium beschäftigst du dich mit zukunftsweisenden Themen wie erneuerbaren Energien, Robotik oder Kommunikation. Mit einer großen Portion Neugierde, Lust zu experimentieren und Spaß an Innovationen bist du hier genau richtig!
Von Professor:innen empfohlene Fähigkeiten
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Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
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Mathematische Vorkenntnisse
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Technisches Grundverständnis
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Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
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Eigeninitiative
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Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
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Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
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Englischkenntnisse
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Technikinteresse
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Interesse an den Naturwissenschaften
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Interesse an der Mathematik
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Interesse am Programmieren
Quelle: Professor:innenbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2025/26, n = 481
Berufe nach einem Elektrotechnik-Studium
Elektrotechnik spielt in jeglichen technischen und industriellen Bereichen eine zukunftsträchtige Schlüsselrolle. Daher stehen dir nach dem Abschluss die Türen zu vielen beruflichen Möglichkeiten offen. Du findest Jobs unter anderem in der Automobilindustrie, Robotik, Forschung und Entwicklung, Energieversorgung, Medizintechnik und Kommunikationstechnik.
Beliebte elektrotechnische Berufe sind:
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Systementwickler:in
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Hardware-Entwickler:in
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Embedded Systems Engineer
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Netzplaner:in
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Luft- und Raumfahrttechniker:in
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Ingenieur:in für
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Automatisierung
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Elektromobilität
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Mechatronik
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Telekommunikation
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Forschung
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Technische:r Berater:in
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Qualitätsmanager:in
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Projektmanager:in
Der durchschnittliche Einstiegslohn für Elektrotechniker:innen liegt bei 52.800 Euro pro Jahr. Mit Berufserfahrung kannst du später mit einem Durchschnittsgehalt von 60.400 Euro rechnen.
Elektrotechnik studieren – Inhalte und Ablauf
Im Elektrotechnik-Studium heißt es nicht nur Vorlesungen besuchen – es geht auch ins Labor! Außerdem sind an einigen Hochschulen Praxisphasen oder Praktika vorgesehen. Ein spannender Mix aus Theorie und Anwendung!
In den ersten Semestern stehen neben Mathe und Physik auch Vorlesungen über elektromagnetische Felder und Wellen auf dem Stundenplan. Du lernst, wie man Schaltungen entwirft, Daten verarbeitet und Energie überträgt. All das erfordert zudem Informatik und Programmierung.
Spätestens ab dem dritten Semester wird im Labor an praktischen Aufgaben gearbeitet. Du überlegst dann zum Beispiel, wie sich der Energieverbrauch einer Fabrik durch Eingriffe in die Steuerung reduzieren lässt. In der Informationstechnik steht die Signal- und Nachrichtenübertragung im Vordergrund, beispielsweise via Mobilfunknetz.
In den höheren Bachelorsemestern vertiefst du die Grundlagen und legst Schwerpunkte, die dich beruflich interessieren. Folgende Disziplinen werden unter anderem angeboten:
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Automatisierungstechnik
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Informationstechnik
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Energietechnik
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Medizintechnik
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Mikroelektronik
In der Regel gehören auch Praxisphasen oder Pflichtpraktika zum Studium dazu. Hier sammelst du erste Berufserfahrung, beispielweise in einer IT-Firma oder bei einem Energieversorger. Oder du befasst dich mit Fragestellungen aus dem Unternehmensalltag. Ein Beispiel: Die Netzwerktechnik einer Telekommunikationsfirma schwächelt, wenn sie von vielen Kund:innen gleichzeitig genutzt wird. Wie könnte man das verbessern?
Und wie schwer ist das Studium Elektrotechnik?
Der Studiengang gilt als sehr anspruchsvoll. Besonders der große Anteil an MINT-Fächern ist für viele eine Hürde. Gute Kenntnisse in Mathe und Physik sind also wirklich wichtig. Auch die Abbrecherquote ist hoch im vergleich zu anderen Fächern. Nur ca. 60 Prozent der Studierenden machen ihren Abschluss.
Quelle: VDI, Ingenieurmonitor, 2021 III
Wie lange dauert ein Elektrotechnik-Studium?
An den meisten Hochschulen beträgt die Regelstudienzeit für den Bachelor-Abschluss zwischen 6 und 9 Semester. Je größer der Praxisanteil im Studium ist, desto länger ist auch deine Ausbildungsdauer.
Gut zu wissen: Studierst du an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften, kurz HAW, gehört oft ein Praxissemester zum Studium dazu. Du nimmst dir also ein ganzes Semester Zeit, theoretisches Wissen und Erkenntnisse aus dem Labor in der Berufswelt anzuwenden.
Für den Master in Elektrotechnik musst du mit weiteren 3 bis 5 Semestern rechnen. Aber grundsätzlich stehen dir bereits mit dem Bachelor viele berufliche Möglichkeiten offen. Den Master benötigst du vordergründig, wenn du in die Forschung gehen oder eine Führungsposition anstreben willst.
Was kostet ein Elektrotechnik-Studium?
Die Studienkosten hängen von deiner Wahl der Hochschule ab. An staatlichen Institutionen zahlst du zwei Mal im Jahr einen Semesterbeitrag. Dieser variiert von Uni zu Uni und kann sich jedes Semester verändern.
An privaten Einrichtungen zahlst du Studiengebühren, die deutlich höher sind und meist monatlich verrichtet werden. Die Höhe der Zahlungen legt die jeweilige Hochschule fest.
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