Architektur studieren
Darum geht es im Architektur-Studium
Im Architektur-Studium lernst du die Grundlagen des Entwerfens, Planens und Bauens von Gebäuden und Lebensräumen. Dafür werden technische, ästhetische, ökologische und soziale Aspekte miteinander verknüpft. Je nach Hochschultyp und Studiengang kann der Schwerpunkt eher technisch, künstlerisch oder wirtschaftlich sein.
In Zeiten von steigenden Baupreisen und versiegelten Flächen experimentierst du mit platzsparenden, kostengünstigen Lösungen oder der Umnutzung von Gebäuden. So kann zum Beispiel aus einem ehemaligen Gefängnis ein Studierendenheim entstehen oder aus einer Fabrik ein Hotel.
„Im Studium stellt man sich immer häufiger Fragen wie: Können wir Gebäude noch abreißen, oder sollten wir uns nicht viel mehr um den Bestand kümmern und diesen nutzen?“, sagt Clemens Bonnen, Professor an der Hochschule Bremen und Vorsitzender des Fachbereichstags Architektur.
Wenn du Architektur studieren willst, begegnen dir auch aktuelle Themen wie die digitale Bauplanung, neue Wohnformen zum Beispiel in Form von Mehrgenerationenhäusern und Ressourceneinsparung sowie Naturschutz. Du lernst, welche umweltfreundlichen, recycelbaren oder regionalen Baumaterialien es gibt. Und wie du durch begrünte Dächer und integrierte Parks die Biodiversität in städtischen Gebieten fördern kannst.
Hier sind passende Studiengänge zu Architektur
Das sagen Studierende über Architektur
Typische Fragestellungen von Architekt:innen
- Wie kann ein Gebäude ästhetisch ansprechend und funktional zugleich sein?
- Welche Formen, Proportionen und Materialien passen am besten zur Umgebung?
- Wie kann das Projekt innerhalb des vorgegebenen Budgets realisiert werden?
- Wie plant man Städte so, dass sie mehr zwischenmenschlichen Kontakt ermöglichen?
- Mit welchen Mitteln baut man klimaneutral, ressourcenschonend und ökologisch nachhaltig?
- Wie lassen sich Räume flexibel fürs Wohnen und Arbeiten gestalten?
- Wie können Barrierefreiheit und Inklusion im Entwurf berücksichtigt werden?
- Welche Computerprogramme eignen sich für die Präsentation eines Entwurfs?
Voraussetzungen, um Architektur zu studieren
Was braucht man, um Architektur zu studieren?
Um zum Architektur-Studium zugelassen zu werden, benötigst du die Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder eine Qualifikation, die als gleichwertig anerkannt wird. Zudem ist die Aufnahme an einigen Hochschulen durch einen Numerus Clausus beschränkt.
Je nach Hochschule werden zusätzlich noch eine Bewerbungsmappe (mit eigenen Zeichnungen, Fotografien und Modellen), ein Eignungstest und / oder ein Vorpraktikum gefordert.
Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik sind keine Pflicht, aber vorteilhaft für Fächer wie Statik und Konstruktion. Solide Englischkenntnisse helfen beim Verständnis von Fachliteratur, aber auch im Umgang mit englischsprachiger Software und bei internationalen Kooperationen.
Darüber hinaus solltest du kreativ sein, über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen verfügen, Interesse an Technik haben und gut zeichnen sowie gestalten können.
Durchschnitt / NC für Architektur
An vielen Hochschulen ist der Studiengang Architektur durch einen NC zulassungsbeschränkt. Die nötige Durchschnittsnote liegt zwischen 2 und 3. Aktuelle Bestimmungen findest du auf den Websites der Universitäten.
Architektur ohne Abi oder mit Fachabi studieren
Du willst ohne Vollabi Architektur studieren? An einigen Institutionen ist auch das möglich, zum Beispiel, indem du eine Eignungsprüfung bestehst oder berufliche Qualifikationen vorweisen kannst. Das kann eine Ausbildung oder Berufserfahrung in einem Architektur-nahen Bereich sein.
Alle Architektur-Städte in der Übersicht
Das bietet dir ein Studium im Fach Architektur noch
Architektur passt zu dir, wenn...
... du abstrakt denken kannst und räumliche Vorstellungskraft besitzt.
… du sowohl kreativ als auch technisch affin bist.
... du Projekte mit Durchhaltevermögen und Teamorientierung angehst.
… du kommunikativ bist und mit Kritik umgehen kannst.
„In der Berufswelt ist der Austausch mit Auftraggebenden, aber auch mit Menschen aus anderen Disziplinen enorm wichtig – gerade dann, wenn es um Umweltaspekte geht“, sagt Bonnen.
Außerdem sind Kenntnisse in Physik von Vorteil. Denn als Hauptverantwortlicher auf der Baustelle solltest du dich mit Statik auskennen. Wer zusätzlich noch gut in Mathe ist, hat es leichter bei der Kalkulation von Kosten.
Von Professor:innen empfohlene Fähigkeiten
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Kreativität / gestalterische Fähigkeiten
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Künstlerische und zeichnerische Fähigkeiten
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Räumliches Vorstellungsvermögen / räumliches Denken
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Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
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Assoziations- und Transferfähigkeit
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Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit
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Argumentations- und Diskussionsfähigkeit
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Teamfähigkeit
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Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken
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Eigeninitiative
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Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
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Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
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Offenheit / Aufgeschlossenheit / Neugierde / Innovationsfähigkeit
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Interesse an Kunst und Ästhetik
Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2025/26, n=241
Berufe nach einem Architektur-Studium
Als Absolvent:in eines Architektur-Studiums kannst du sowohl in der Industrie, als auch in Städten und Kommunen arbeiten. Neben dem Architekturbüro sind auch Ingenieurbüros und Wohnungsbaugesellschaften mögliche Arbeitsplätze.
Beliebte Berufe sind:
- Architekt:in
- Innenarchitekt:in
- Bauleiter:in
- Landschaftsarchitekt:in
- Stadtplaner:in
- Standortprüfer:in
- Umweltanalytiker:in
Zum Berufseinstieg kannst du als Architekt:in mit einem Gehalt von durchschnittlich 3.200 € rechnen. Mit Berufserfahrung steigt der Durchschnittslohn auf 4900 €.
Architektur studieren – Inhalte und Ablauf
Architekturstudierende lernen im Studium praxisnah und interdisziplinär. Dafür orientieren sich die Inhalte bereits von Beginn an an konkreten Bauprojekten. Du zeichnest Skizzen, entwirfst Modelle und lernst Zeichenprogrammen kennen.
Das Architektur-Studium gliedert sich in die drei Phasen. Das Grundstudium (Bachelor) dauert ca. drei Jahre. Darauf folgt das ca. zweijährige Hauptstudium (Master). Und schließlich die praktische Phase.
Folgende Fächer stehen im Bachelor auf dem Stundenplan:
- Gestaltung und Entwurf
- Zeichnen
- Modellbau
- CAD-Programme
- Baumanagement, -leitung und -planung
- Bauphysik und -statik
- Baustoffkunde und -chemie
- Tragwerkslehre
- Baukonstruktion
- Gebäudetechnik
- Baurecht
- Architekturgeschichte
Im Master vertiefst du dein Wissen und kannst Schwerpunkte wählen:
- Innenarchitektur
- Denkmalpflege
- Landschaftsplanung
- Städtebau
- sowie aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Urbanisierung
Um von der Architektenkammer als Architekt:in zugelassen zu werden, musst du neben dem Abschluss noch Berufserfahrung vorweisen. In der mehrjährigen praktischen Phase tauchst du ein in den Berufsalltag, zum Beispiel im Architekturbüro, auf Baustellen oder in der Städteplanung.
Wie lange dauert es, Architektur zu studieren?
Für deinen Weg zum Architektentitel mit Zulassung von der Kammer braucht es:
- Drei Jahre Bachelorstudium (6 Semester)
- Zwei Jahre Masterstudium (4 Semester)
- Zwei Jahre Praxisphase
Vorausgesetzt, du studierst in Regelstudienzeit und Vollzeit. Wenn du dich für ein Teilzeit-Studium entscheidest, einen Auslandsaufenthalt planst oder weitere Praktika machst, verlängert sich deine Ausbildung entsprechend.
Was kostet ein Architektur-Studium?
An einer staatlichen Uni zahlst du lediglich Semesterbeiträge, während an einer privaten Hochschule noch zusätzliche Gebühren dazu kommen. Beides hängt von der Institution ab. Aktuelle Beiträge und Gebühren entnimmst du den Websites der Hochschulen.
Außerdem musst du noch mit Kosten für Skizzenmaterial, Zeichenprogramme und Studienreisen bzw. Auslandsaufenthalten rechnen.
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