Maschinenbau studieren
Ein Text von Madlen Ottenschläger – ZEIT Studienführer 2023/24
Darum geht es
Ob Spezialfahrzeuge in der Landwirtschaft oder Beatmungsgeräte im Krankenhaus: Maschinen werden heute so konzipiert, dass sie Informationen sammeln, auswerten oder untereinander austauschen. „Bei Digitalisierung und E-Mobilität denken viele erst einmal an die Informatik. Wenn es aber darum geht, Elektronik und Software in die Produkte zu integrieren und sie zum Laufen zu bringen, braucht man das Wissen von Maschinenbauerinnen und Maschinenbauern“, erläutert Moniko Greif, Vorsitzende des Fachbereichstags Maschinenbau und Professorin an der Hochschule RheinMain.
Als Absolventin oder Absolvent des Fachs konstruierst du nach den Anforderungen der Kunden ein Produkt, wählst dafür Werkstoffe aus und organisierst die Fertigung. Dabei ist es wichtig, ressourcenschonend vorzugehen. Maschinenbauer müssen Umweltschutzauflagen beachten und überlegen, wie sie Emissionen verhindern. „Nachhaltigkeit ist das wichtigste Thema im Fach: Wir brauchen in vielen Bereichen klug konstruierte, energieeffiziente Maschinen, um die CO₂-Ziele der Bundesregierung erreichen zu können“, sagt Olaf Wünsch, Professor für Strömungsmechanik an der Universität Kassel und Vorsitzender des Fakultätentags für Maschinenbau und Verfahrenstechnik.
Hier sind passende Maschinenbau-Studiengänge und Hochschulen
Das sagen Studierende über Maschinenbau
Typische Fragestellungen im Maschinenbau-Studium
- Wie lässt sich die Reibung bei der Umströmung eines Tragflügels verringern?
- Was sind Methoden des systematischen Konstruierens – und wie lassen sich mit ihrer Hilfe Kosten optimieren?
- Was ist ein digitaler Zwilling?
- Was muss man beachten, um ein technisch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvolles Produktionsverfahren zu wählen?
- Wie legt man die optimale Abmessung einer Windkraftanlage fest?
- Wie kann man den Energieverbrauch in der Fertigung reduzieren?
So läuft das Studium ab
Die ersten Semester drehen sich um die Grundlagen, also um Mathe und Physik, Elektrotechnik und Informatik. Ebenfalls auf dem Stundenplan: Technische Mechanik, bei der es unter anderem um die Berechnung von Kräften geht; Werkstofftechnik, Fertigungstechnik, Konstruktion und BWL. Später kommt Projektmanagement hinzu. Auch mit rechtlichen Themen wie dem Arbeitsschutz befasst du dich im Studium.
Außerdem spielen praktische Übungen eine wichtige Rolle. In Laborpraktika erprobst du zum Beispiel das Verhalten unterschiedlicher Werkstoffe, etwa von Stahl, Keramiken oder Kunststoffen. Bei manchen Projekten sind handwerkliche Fähigkeiten gefragt; du musst schrauben, flexen und schweißen. Auch die Arbeit am Computer nimmt im Studium großen Raum ein, sagt Moniko Greif: „Entgegen dem altbackenen Schmieröl-Image des Maschinenbaus wird sowohl im Studium als auch später im Beruf viel am Computer gearbeitet.“ Du entwirfst mithilfe von CAD-Programmen (computer-aided design) dreidimensionale Maschinenteile. Später lernst du, ganze Maschinen am Rechner zu simulieren und zu konstruieren.
In den höheren Semestern kann man sich spezialisieren, zum Beispiel auf Energietechnik, Produktentwicklung oder Produktionstechnik. Immer wichtiger werden Angebote, die zwei Richtungen kombinieren, wie Medizintechnik oder Kunststoffverfahrenstechnik.
Alle Maschinenbau-Städte in der Übersicht
Maschinenbau passt zu dir, wenn …
... du Spaß daran hast, Produkte zu entwickeln, und gern im Team arbeitest. „Wer sich grundsätzlich für Technik interessiert, logisch denken kann, kreativ ist und Lust hat, Probleme zu lösen, ist im Maschinenbau goldrichtig“, sagt Professor Olaf Wünsch. Außer technischem Verständnis ist abstraktes Denken gefragt, etwa wenn man das Strömungsverhalten in Rohrleitungen berechnet. Gute Vorkenntnisse in Mathe und Physik erleichtern den Start. „Es gibt keine vorgefertigten Lösungen, die online stehen“, sagt Greif. „Selber denken und machen ist gefragt – wie später auch im Beruf.“
Die komplexen, theoretischen Berechnungen in Thermodynamik und Technischer Mechanik machen vielen Studierenden zu schaffen. Lerngruppen helfen dann sehr.
Von Professor:innen empfohlene Voraussetzungen und Fähigkeiten
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Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
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Systemisches und vernetztes Denken
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Mathematische Vorkenntnisse
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Technisches Grundverständnis
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Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
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Eigeninitiative
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Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
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Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
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Englischkenntnisse
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Technikinteresse
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Interesse an den Naturwissenschaften
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Interesse an Forschung und wissenschaftlichem Arbeiten
Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2015/26, n=293
Gibt es einen NC?
Nur wenige Maschinenbaustudiengänge sind mit einem NC belegt, oft liegt der geforderte Schnitt irgendwo bei Drei.
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