Bauingenieurwesen studieren
Darum geht es im Bauingenieurwesen-Studium …
Das Bauingenieurwesen ist eine der ältesten Berufssparten überhaupt. Wie schon vor tausenden von Jahren lernst du, wie Bauwerke richtig geplant, technisch umgesetzt und instand gehalten werden. Dafür greifen im Studium Naturwissenschaften und Technik ineinander.
Bauingenieur:innen errichten U-Bahn-Tunnel, Brücken, Wohnblocks u. v. m. Auch die Renaturierung eines Flusses oder die Konzipierung eines Offshorewindparks kann in ihren Aufgabenbereich fallen. Ob Klimaschutz, Energieversorgung oder Verkehrswende – sie spielen eine wesentliche Rolle bei der Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit.
„Ein wichtiges Thema ist auch die Gestaltung von ganzen Quartieren, die in der Zukunft energieautark funktionieren sollen“
Markus Oeser, Professor an der RWTH Aachen
Außerdem kümmern sich Absolvent:innen des Bauingenieurwesens darum, dass Konstruktionen langlebig, nachhaltig und sicher sind. Damit Fassaden selbst in 30 Jahren noch starkem Wind und Extremwetter standhalten. Und Entwässerungssysteme einer Straße auch trotz Starkregen funktionieren.
Bei all diesen Aufgaben gewinnen intelligente Sensoren an Bedeutung: Sie sollen überwachen, ob eine Brücke instand gesetzt werden muss. Oder die Technik dokumentiert, aus welchem Material etwa eine Tür besteht. Sodass man auch später noch weiß, wie sie sich nach Gebrauch recyceln lässt.
Hier sind passende Bauingenieurwesen-Studiengänge und Hochschulen
Das sagen Studierende über Bauingenieurwesen
Typische Fragestellungen von Bauingenieur:innen
- Wie plant man ein Bauprojekt digital?
- Welche Baumaterialien lassen sich wiederverwenden?
- Wie muss eine Brücke gebaut sein, damit sie lange hält?
- Wie erstellt man ein Bodengutachten?
- Wie berechnet man die Tragfähigkeit eines Gebäudes?
- Wie dimensioniert man Straßen für die erwartete Verkehrslast?
- Wie berechnet man den Hochwasserschutz für Flussbauten?
- Wie gewährleistet man die Sicherheit auf der Baustelle?
Voraussetzungen für ein Bauingenieurwesen-Studium
Was braucht man, um Bauingenieurwesen zu studieren?
Für das Bauingenieurwesen-Studium solltest du grundsätzlich ein großes Interesse an Naturwissenschaften, technisches Verständnis, analytisches Denkvermögen und räumliche Vorstellungskraft mitbringen.
Darüber hinaus wird zur Zulassung an den meisten Hochschulen Abitur oder Fachhochschulreife gefordert. In Einzelfällen musst du auch ein Vorpraktikum bzw. einen gewissen Notendurchschnitt (Numerus Clausus) vorweisen. Doch auch eine Aufnahme ohne Vollabi ist möglich.
Ist es schwer, Bauingenieurwesen zu studieren?
Das Studium gilt als vergleichsweise anspruchsvoll. Was unter anderem an einem vollen Stundenplan und starkem Fokus auf Mathematik liegt.
Durchschnitt / NC für Bauingenieurwesen
Derzeit haben die meisten Hochschulen für die Zulassung zum Bauingenieurwesen-Studium keinen Numerus Clausus festgesetzt. An einigen Universitäten liegt er jedoch zwischen 2.0 und 3.0.
Tipp: Informiere dich über aktuelle Zulassungsbestimmungen wie den geltenden NC oder andere Anforderungen (z. B. Praktika) auf der Website deiner Wunschuni.
Bauingenieurwesen ohne Abi oder mit Fachabi studieren
An vielen Hochschulen kannst du auch mit Fachabi oder gar ganz ohne Hochschulreife ein Studium aufnehmen. Meist handelt es sich dabei um private Anbieter, die als Alternative zum Vollabi andere Voraussetzungen definieren, um dort Bauingenieurwesen studieren zu dürfen.
Das können folgende Bedingungen sein:
- eine abgeschlossene Ausbildung
- Berufserfahrung
- eine bestandene Meisterprüfung
Alle Bauingenieurwesen-Städte in der Übersicht
Bauingenieurwesen passt zu dir, wenn...
… du gerne technische Probleme löst, präzise planst, naturwissenschaftliche Kenntnisse mitbringst und Spaß an Zahlen hast.
„Man muss aber nicht der totale Mathe-Crack sein“, sagt Birger Gigla, Professor an der TH Lübeck und Vorsitzender des Fachbereichstags Bauingenieurwesen und Umweltingenieurwesen.
Wichtig ist auch, dass du gern im Team arbeitest und gut kommunizierst. Denn später im Berufsleben stimmst du dich u. a. mit Investoren, Behörden oder Handwerker:innen ab. Außerdem trägst du im Bauingenieurwesen große Verantwortung: Auf Baustellen bist du für die Sicherheit vieler Menschen zuständig und prägst mit deinen Entscheidungen Lebensräume für Jahrzehnte.
Von Professor:innen empfohlene Fähigkeiten
-
Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen
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Mathematische Vorkenntnisse
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Technisches Grundverständnis
- räumliches Vorstellungsvermögen / räumliches Denken
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Teamfähigkeit
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Eigeninitiative
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Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
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Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium
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Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen
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Technikinteresse
-
Interesse an den Naturwissenschaften
Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2025/26, n=316
Berufe & Gehalt nach einem Bauingenieurwesen-Studium
Wenn Autobahnabschnitte monatelang nicht weitergebaut werden oder sogar der gesamte Bau eines Flughafen still steht, liegt das auch daran, dass in Deutschland Bauingenieur:innen fehlen. Du hast also nach dem Studium gute Berufschancen und kannst zudem zwischen verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten wählen.
Mögliche Einsatzorte für Bauingenier:innen sind:
- Bauunternehmen
- Ingenieurbüros
- Baubehörden
- Verbände
- Qualitätsmanagement
- Gebäudemanagement
- Restaurierung und Konservierung
- Unternehmensberatung
Der Arbeitsmarkt ist auch finanziell vergleichsweise lukrativ. Nach dem Studium kannst du mit einem Jahresgehalt von 30.000 bis 45.000 Euro rechnen. Mit Berufserfahrung sind 50.000 bis 60.000 Euro pro Jahr möglich.
Bauingenieurwesen studieren – Inhalte und Ablauf
Wer Bauingenieurwesen studiert, hat einen bunten Stundenplan aus Mathematik, Mechanik, BWL, Recht und Ökologie.
Folgende Fächer sind an vielen Hochschulen Pflicht:
- Mathematik
- Bauentwurf & Planung
- Ressourcenwirtschaft
- Bauinformatik
- Statik
- Baustoffkunde
- Holz-, Stahl- und Massivbau
- Hydromechanik
- Arbeitssicherheit
- Geotechnik
- Straßenplanung
- Brückenbau
- Wasserwesen
Nachdem du die Grundlagenmodule abgeschlossen hast kannst du dich i. d. R. durch Belegung von Wahlfächern wie z. B. Umwelttechnik, Tiefbau oder Baurecht kannst du dich spezialisieren. Auch verschieden ausgerichtete Masterstudiengänge bieten die Möglichkeit, einen Schwerpunkt für seine berufliche Zukunft zu setzen.
Oft sieht die Studienordnung neben dem theoretischen Teil noch Praktika bzw. Praxisphasen vor. Die Länge dieser praktischen Einheiten unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule und kann von mehreren Wochen bis zu Monaten gehen. In dieser Zeit kannst du z. B. in Baubetrieben, Behörden oder Ingenieurbüros praktische Erfahrungen sammeln.
H3: Wie lange dauert ein Bauingenieurwesen-Studium?
Bauingenieurwesen ist als Bachelor- und Masterstudiengang konzipiert. Meistens wird für den Bachelor eine Regelstudienzeit von sechs Semestern in Vollzeit angesetzt. An vereinzelten Hochschulen sind es sieben Semester. Studierst du berufsbegleitend bzw. dual verlängert sich dein Studium entsprechend. Genaue Informationen dazu findest du auf den Websites der jeweiligen Unis.
Wenn du dich danach entscheidest, einen Masterstudiengang zu studieren, solltest du weitere drei bis vier Semester dafür einplanen.
H3: Was kostet ein Bauingenieurwesen-Studium?
An einer staatlichen Universität fällt lediglich der Semesterbeitrag an. Die Höhe wird von jeder Hochschule individuell festgelegt und ändert sich oft von Semester zu Semester.
Studierst du an einer privaten Hochschule, zahlst du Studiengebühren. Informiere dich am besten vor deiner Bewerbung über Kosten und Finanzierung deines Bauingenieurwesen-Studiums.
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