BWL – Betriebswirtschaftslehre studieren
Darum geht es im BWL-Studium
Von Finanzen über Marketing und Logistik bis zu Human Resources und Unternehmensführung – kaum ein Studium ist so vielfältig wie BWL. Besonders ideal, wenn du noch nicht genau weißt, was du danach beruflich machen möchtest. Hier hast du die Möglichkeit, in jegliche Bereiche hineinzuschnuppern. Zugleich bietet dir ein Wirtschaftsstudium eine solide Basis für verschiedene Berufsfelder, die in dem Bereich angesiedelt sind.
„Ein BWL-Studium vermittelt das Rüstzeug, um wirtschaftlich zu denken und zu entscheiden“, sagt Joachim Eigler, Professor an der Uni Siegen und Vorsitzender des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentags.
An deiner Hochschule lernst du, wie du ein Unternehmen bestens unterstützen und beraten kannst. Sei es bei Finanzierungsfragen, der Einstellung neuen Personals oder der Ausrichtung der Marketing-Maßnahmen.
Außerdem solltest du auf Veränderungen kompetent reagieren können. Kann zum Beispiel ein Produkt wegen steigender Energiekosten nicht länger gewinnbringend hergestellt werden, muss eine Alternative her. Die Marketing-Strategie muss auf die schnelllebigen Trends von Social Media angepasst werden. Oder für den aktuellen Fachkräftemangel sollen Lösungsideen entwickelt werden.
Hier sind passende BWL Studiengänge
Das sagen Studierende über Betriebswirtschaftslehre
Typische Fragestellungen von Betriebswirt:innen
- Wie formuliert man eine Unternehmensstrategie?
- Welche Finanzierungsmöglichkeiten sind langfristig günstig und risikoarm?
- Wie digitalisiert man Geschäftsabläufe?
- Wie findet man geeignetes Personal?
- Wie kann man die Mitarbeiterzufriedenheit steigern?
- Wie plant man eine ressourcenschonende Produktion?
- Wie stellt man sicher, dass faire Arbeitsbedingungen eingehalten werden?
- Wie gewinnt man durch Marketing eine neue Zielgruppe?
Voraussetzungen für ein Betriebswirtschaftslehre-Studium
Was braucht man, um BWL zu studieren?
Für die Aufnahme eines BWL-Studiums benötigst du in der Regel Abitur oder die Fachhochschulreife. An einzelnen Hochschulen ist es auch möglich, ohne Abi zu studieren. Weitere Zulassungsbedingungen wie interne Tests sind möglich, aber eher selten.
Wenn du dich dafür entscheidest, BWL zu studieren, solltest du ein großes Interesse an wirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Themen mitbringen. Darüber hinaus helfen dir Englischkenntnisse beim Verständnis der Fachliteratur. Und mit einer Affinität zu Mathematik kommst du gut durch die Zahlen-lastigen Fächer.
Bei dem großen Lernvolumen, besonders an theoretischen Inhalten, brauchst du ein gewisses Maß an Disziplin und solltest dich gut organisieren können.
Ist es schwierig, BWL zu studieren?
Für die meisten sind die Fächer mit hohem Mathe-Anteil die größte Hürde. Ansonsten hängt der Schwierigkeitsgrad von Bundesland, Studienort und Hochschulform ab. In vielen Fällen gilt das Studium an einer FH als einfacher, da dort die Lerngruppen oft kleiner und die Inhalte praxisbezogener sind.
Aber unterm Strich hängt es von der Institution und dem eigenen Empfinden ab, ob das Studium der Betriebswirtschaftslehre als schwierig wahrgenommen wird.
Durchschnitt / NC für BWL
Auf etwa einem Drittel der BWL-Studiengänge liegt ein Numerus Clausus. Die geforderte Durchschnittsnote variiert von Hochschule zu Hochschule. Du kannst mit einer Range von 1,5 bis 2,5 rechnen. Aktuell geltende NCs findest du auf den Websites der Unis.
BWL ohne Abi oder mit Fachabi studieren
Du willst Betriebswirtschaftslehre studieren, hast aber kein Fach-/Abi? Kein Problem! Du kannst an vielen Hochschulen auch ohne Abitur zum Studium angenommen werden. Und das allein mittels beruflicher Qualifikation in einem BWL-verwandten Bereich. Je nach Institution reicht bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, um einen Studienplatz zu bekommen. Teils wird auch noch Berufserfahrung oder das Bestehen eines Eignungstests gefordert.
Und selbst wenn du in keinem wirtschaftsnahen Beruf beruflich qualifiziert bist, bleibt noch eine weitere Chance für die Aufnahme zum BWL-Studium. An einigen Hochschulen kannst du durch Vorlage eines Meisterbriefs oder Nachweis einer Aufstiegsfortbildung (egal in welchem Bereich) zugelassen werden.
Du hast ein Fachabitur und möchtest an einer Universität anstatt an einer Fachhochschule bzw. HAW studieren? Was früher eher unüblich war, ist heutzutage an einigen Universitäten möglich. Informiere dich dazu auf der Website der Uni deiner Wahl zu den Zulassungskriterien.
Alle Betriebswirtschaftslehre (BWL)-Städte in der Übersicht
Das bietet dir ein Studium im Fach Betriebswirtschaftslehre (BWL) noch
BWL passt zu dir, wenn...
… du für deine Karriere zum Beispiel in Marketing, Unternehmensführung oder Controlling ein BWL-Fundament benötigst.
… oder wenn dich Wirtschaft interessiert, du aber noch nicht weißt, wohin die Reise für dich beruflich gehen soll.
… dich der Mix aus analytischem und kreativem Vorgehen sowie Kommunikation, Strategie-Entwicklung und die Arbeit mit Menschen reizt.
„Es geht darum, verantwortungsvolle Entscheidungen für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten zu treffen und Bedingungen anzubieten, unter denen Menschen ihre Motivation entfalten“, sagt Hans Klaus, BWL-Professor an der Fachhochschule Kiel.
Egal ob im Bereich Human Resources (Personalwesen), bei Investitionen oder der strategischen Ausrichtung – Entscheidungen treffen heißt Verantwortung übernehmen. Verantwortungsbewusstsein spielt also eine große Rolle, wenn du dich dazu entscheidest, BWL zu studieren.
Genau wie Flexibilität! Schließlich hat fast jede gesellschaftliche Veränderung auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. So hat die Weiterentwicklung und der Einsatz künstlicher Intelligenz großen Einfluss auf jegliche Geschäftsbereiche, zum Beispiel auf die Produktion von Gütern oder das Marketing. Personalabteilungen müssen sich mit Themen wie Fachkräftemangel, flexiblere Arbeitsmodelle und soziale Gerechtigkeit befassen. Und die Knappheit von Ressourcen sowie Umweltschutz haben einen Impact auf gesamte Wertschöpfungsketten.
„BWLer sollten dabei nicht nur reagieren, sondern auch selbst Veränderungen auf den Weg bringen“, sagt Hans Klaus.
Von Professor:innen empfohlene Fähigkeiten
- Interesse an (betriebs-)wirtschaftlichen Themen / (betriebs-)wirtschaftliches Grundverständnis (77 %)
- Abstraktes / logisches / analytisches Denkvermögen (77 %)
- Lernbereitschaft, Einsatz- und Leistungsbereitschaft (54 %)
- Selbständiges, (selbst)organisiertes und -diszipliniertes Lernen und Arbeiten / Selbstmanagement / Bereitschaft zum Selbststudium (53 %)
- Argumentations- / Diskussionsfähigkeit (45 %)
- Englischkenntnisse (44 %)
- Assoziations- und Transferfähigkeit / systemisches Denken (42 %)
- Reflexions- und Kritikfähigkeit / kritisches Denken (40 %)
- Belastbarkeit / Ausdauer / Durchhaltevermögen (36 %)
- Teamfähigkeit (34 %)
- Affinität zur Mathematik / mathematische Vorkenntnisse (34 %)
- Kommunikationsfähigkeit / Sprachkompetenz / Ausdrucksfähigkeit (34 %)
Quelle: Professor(inn)enbefragung im Rahmen des CHE Rankings 2020/2021. Prozentangaben in Klammern: Anteil der befragten Professor(inn)en, die die jeweilige Voraussetzung genannt haben.
Berufe nach einem BWL-Studium
Ob NGO oder Großkonzern, Start-up oder Mittelstand, Behörde oder Krankenhaus – Jobs kannst du nach deinem BWL-Studium fast überall finden. Außerdem steht dir eine große Bandbreite an Branchen zur Auswahl, darunter:
- Automobilindustrie
- Bankwesen
- Bauindustrie
- Handel
- Maschinenbau
- Pharmazie
- Verfahrenstechnik
- Werbebranche
In vielen Fällen hast du bereits im Studium einen fachlichen Schwerpunkt gewählt, der ausschlaggebend dafür sein kann, welchen Beruf du nach deinem Abschluss ergreifst. Unternehmensberatung, Business Development, Marketing Management, Controlling, Business Analysis, Supply Chain Management – nach kaum einem Studiengang hast du so eine große Auswahl wie mit einem BWL-Abschluss.
BWL studieren – Inhalte und Ablauf
In den ersten Semestern lernst du Grundlagenwissen. Auf deinem Stundenplan stehen unter anderem:
- Finanzierung & Investition
- Buchhaltung & Rechnungswesen
- Logistik & Produktion
- Vertrieb & Marketing
- Unternehmensführung
- Mathematik & Statistik
- Personalwesen
- Rechtswissenschaften
- Volkswirtschaftslehre
Du erhältst also zunächst einen Überblick über die Steuerung von Unternehmen in verschiedenen Bereichen. Außerdem beschäftigst du dich mit der Buchführung und lernst, einen Jahresabschluss zu lesen beziehungsweise zu erstellen. Hinzu kommen juristische Hintergründe und ein Einblick in die Volkswirtschaftslehre.
Von Anfang an lernen BWLer auch praxisorientiert durch Fallstudien, Gruppenarbeiten und Projekte. Wobei der praktische Anteil des Studiums an FHs oft höher ist als bei Universitäten. Ein Projekt kann zum Beispiel darin bestehen, ein Nachhaltigkeitskonzept für ein reales Unternehmen aus der Region zu erstellen. Oder ein Planspiel, in dem ihr für ein fiktives Unternehmen Ressourcen plant und die Auswirkungen beobachtet.
An vielen Hochschulen setzt man in den höheren Semestern Schwerpunkte und konzentriert sich auf ein Teilgebiet wie zum Beispiel Personalmanagement, Controlling, Marketing, Finanzen, Nachhaltigkeit oder E-Commerce. Diese Vertiefungen kannst du zusätzlich noch in einem Masterstudiengang weiterführen.
Tipp: Informiere dich, ob du für deinen Wunschberuf wirklich einen Master benötigst. In vielen Fällen reicht erstmal ein Bachelorabschluss.
Praktika sind nicht nur sinnvoll, um erste Erfahrungen zu sammeln, sondern an vielen Hochschulen auch Pflicht. Meist sind dafür praktische Phasen von drei bis sechs Monaten vorgeschrieben. Auch ein Auslandssemester zählt häufig zum Studium dazu.
Wie lange dauert ein BWL-Studium?
Das BWL-Studium ist als Bachelor- und Masterstudiengang ausgelegt. Das Grundstudium (also der Bachelor) dauert in der Regel sechs Semester. Wenn du dich für ein berufsbegleitendes Fern- oder Dualstudium entscheidest, verlängert sich die Regelstudienzeit oft durch die Praxisphasen.
Willst du dein Wissen noch weiter vertiefen oder dich spezialisieren, kannst du einen Master anschließen. Dieses Aufbaustudium dauert in etwa weitere vier Semester.
Was kostet ein BWL-Studium?
Wenn du an einer staatlichen Universität BWL studierst, kommen lediglich Semesterbeiträge auf dich zu. Diese variieren von Standort zu Standort und werden regelmäßig angepasst. An einigen privaten Hochschulen werden zudem Studiengebühren erhoben. Details dazu findest du auf der Website deiner Wunschhochschule selbst.
Tipp: Wenn du dich entschließt, BWL dual zu studieren, übernimmt in vielen Fällen das Unternehmen, bei dem du die Praxisphasen absolvierst, die Studienkosten und / oder zahlt dir ein Gehalt.
Ähnliche Fächer
Betriebswirtschaftslehre (BWL) gehört zum Thema Wirtschaft. Die folgenden verwandten Fächer könnten auch interessant für dich sein.